Almost Daily Soap: Die Piraten auf Landesebene wollten den Unnaer Piraten-Kapitän nicht

Unna. Las ich am Wochenende, dass die Piraten-Partei auf Kreisebene einen bedauerlichen Verzicht verzeichnen muss. Sie meldete dort via facebook über die Wahlen zum Landesvorstand – “Wahl zum Beisitzer: Jojo Hütter und Daniel Rasokat sind als Beisitzer gewählt. Günther Neubert und Maja Tiegs haben das Quorum nicht erreicht. Christoph Tetzner ist nicht angetreten.” Wunderte mich, so eine Chance zum persönlichen Aufstieg, und die lässt der kampferprobte Selbstdarsteller liegen?

Dabei hatte er sich doch so schön beworben. Im Piratenwicki (https://wiki.piratenpartei.de/Christoph_Tetzner_Kandidatur_LaVo_Beisitzer) stand zu lesen:

Ahoi!

Bisher bin ich nur in Unna und im Kreis Unna piratenpolitsch aufgefallen! Einer der entscheidenden Gründe, warum ich mich nun auf Landesebene begebe, sind meine Erfahrungen aus dem mit den Piraten in Unna gewonnenen Mandaten. Nachdem uns der parlamentarische Alltag in den Räten eingeholt hatte, wurde schnell deutlich, wo man Abstriche machen muss an piratiger Politik und was man umsetzen kann. Ich glaube für mich in Anspruch nehmen zu können, einen guten Mittelweg gefunden zu haben, ohne die Inhalte des Wahlprogramms zu verraten oder aufzugeben. Viele Inhalte sind angestoßen von der Piratenfraktion in Unna; wir warten jedoch noch auf Stellungnahmen der Verwaltung bezüglich mehrerer Anträge und Anfragen. Regelmäßiges Nachfragen ist eine Selbstverständlichkeit. Meine Erfahrungen hier vor Ort mit der Verwaltung, den anderen Parteien sowie den Bürgern empfinde ich als soliden Grundstein für eine künftige Arbeit im Landesvorstand. Wesentlich für mich ist: Ein auch noch so brillanter politischer Vorschlag ist immer nur so gut wie seine Vermarktung. Gute Presse und professionelle Öffentlichkeitsarbeit sind also unerlässlich. Frei nach der Maxime: Tue Gutes – und rede darüber, schreib darüber, sei präsent für die Bürger und deine Wähler. Ebenso sollen sie erfahren, wenn logische, sinnvolle Themen einfach abgeschmettert werden durch kleinkarierten Proporz im politischen Wettbewerb. Ein weiterer wichtiger Punkt: Man muss auch Prügel einstecken können. Klar, das tut weh, lässt sich aber mit der nötigen Fellstärke gut ertragen. Über Manches, mit dem man mich zu ärgern versucht, kann ich schon nur noch lachen. Mein Motto – mit dem ich gut lebe: Wer kräftig austeilt, muss auch kräftig einstecken können.

Trotz teils sehr gegenläufiger politischer Ansichten tausche ich mich mit jeder politischen Gruppierung aus. Ich kann dabei meinen eigenen Standpunkt klarer orten und mich für eine ergebnisorientierte Diskussion vorbereiten. Es nützt herzlich wenig, mit dem Piratenkopf durch die Wand zu wollen und beim politischen Wettbewerber unverhandelbare Positionen auf Teufel komm raus durchsetzen zu wollen. Das klappt nicht und führt zu nichts, außer in die politische Isolation mit dem Ruf eines Piratenschreihalses. Braucht kein Mensch, weder in Unna noch auf Landesebene. Daher suche ich immer gezielt Gespräche, die auf Konsens hinauslaufen. Nicht mit faulen Kompromissen zu verwechseln.

Daher glaube ich und glaube auch die Menschen, die mich unterstützen, dass ich gute Voraussetzungen mitbringe, um dem LaVo und die Piratenpartei ein Stück weiter nach vorne zu bringen. Pakkis Politik müsste weitergeführt werden. Was ich versuchen würde zu ergänzen, ist eine Prise „Oppositionswürze“:

Viele Piraten in kommunalen Vertretungen arbeiten im Ehrenamt und werden kaum wahrgenommen. Hier müssen wir als LaVo in den örtlichen Medien rühriger werden, damit auch die Einzelkämpfer, Gruppen und auch kleine Fraktionen Gehör finden. Die Wähler vor Ort müssen die „prima Piratenpolitik“ vor ihrer Haustür auch wahrnehmen. Sie sollen im guten Sinne nicht an uns Freibeutern vorbeikommen. Wir als Partei müssen uns dem politischen Wettbewerb offensiv in den kommunalen Vertretungen stellen. Das schaffen wir nur, wenn wir unsere Themen grundsätzlich fundiert und strukturiert vorbereiten – denn nichts ist peinlicher, als wenn der Eindruck entsteht: Die tönen rum, aber wissen gar nicht, wovon sie reden. Damit erleiden wir eher früher als später Schiffbruch. Statt dessen müssen wir uns Expertenwissen in unseren Themen aneignen und dürfen uns nicht von Neidern ins Bockshorn jagen lassen, denn Mitleid bekommen wir geschenkt – Neid hingegen müssen wir uns fleißig erarbeiten. Aufgepasst, dass wir uns keine klassisch piratige Themen wegschnappen lassen. Beispiel dafür: die Stromsperrenaktion der LINKEN.

Zusammenfassend finde ich: Man muss halt auch mal ab und an eine Bombe zünden, wenn man die Wände der verkrusteten Establishments durchbrechen will. Nur durch akribische politische Arbeit vor Ort können wir das Makel der “Chaostruppe” loswerden und verloren gegangenes Vertrauen beim Wähler zurückgewinnen. Anmerken will ich schließlich: Der Wähler hat Piraten gewählt. Er erwartet, dass wir die Dinge in Piratenmanier angehen: nicht zaudernd, zögernd, übervorsichtig und auf Klientele schielend, sondern mit Wumms und Getöse und herzhaftem Schmackes. Fetten wir unser Kanonenrohr, halten die Zündhölzer bereit. Fehltritte verzeiht uns der Piratenwähler – aber nicht das Leisetreten. Ahoi!

Was war denn nur geschehen? Das: Zunächst angelte der Unnaer Edelpirat nach der Position des stellvertretenden Landesvorsitzenden. Da hat er zurückgezogen, als zu viele Gegenkandidaten antraten. Dann zielte er wieder auf einen Beisitzerposten, auch da aber flott Rückzug wegen zu großer Konkurrenz. Zu guter Letzt hat er dann als Kassenprüfer kandidiert … ist aber nicht gewählt worden.

1 comment for “Almost Daily Soap: Die Piraten auf Landesebene wollten den Unnaer Piraten-Kapitän nicht

  1. Hanno
    26. Oktober 2015 at 22:12

    Ich finde das hier einfach nur widerlich.
    Welches Interesse hat eine ach so mächtige SPD Vertretung daran, einen Menschen so runterzuschreiben ? Ist es Neid, Zerstörungswut oder Ablenkungsmanöver von eigener Unzufriedenheit ?!?

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