Von Menschen im Werkstatt-Berufskolleg (VII): Dimitrij und sein schwerer Weg in Schulen und zu Zielen

das Gespräch führte das Werkstatt-Berufskolleg


Dimitrij (Name geändert), 16 Jahre alt, ist in Deutschland geboren, sieht ernst aus, erzählt aber sehr offen über (s)einen Lebensweg, den vielleicht nicht jeder von den Lesern/-innen so großartig gemeistert hätte und uns großen Respekt abfordert:

„Ich wurde eingeschult mit 6 Jahren, hatte super Leistungen, musste aber Medikamente gegen ADHS nehmen. Dann musste ich leider die Grundschule wechseln, weil wir umgezogen sind und danach ging ziemlich viel schief, ich hatte nur wenige Freunde und wurde aufgrund meines ADHS stark gemobbt. Die Folge war, dass ich später von der Schule gehen musste. Ich ging dann in eine Förderschule, aus der meine Mutter mich nach 2 Jahren wieder rausgeholt hat. Dieses letzte Jahr in der alten Grundschule lief dann richtig gut.

Ich kam dann in eine weiterführende Gesamtschule. Auch dort holten mich wieder alte Probleme ein, aus welchem Grund auch immer, die Lehrer und Schüler konnten mich nicht leiden, es gab Auseinandersetzungen mit einer Lehrerin und man warf mich wieder aus der Schule raus. Ich wurde wieder in eine Förderschule überwiesen und dann ging alles nur noch bergab, Mobbing incl. Morddrohungen.

Ich kam in eine Klinik und gleichzeitig ist meine Mutter umgezogen, nach der Klinik wieder in eine Förderschule, in der es mir tatsächlich allmählich besser ging, ich fand Freunde, jetzt fühle ich mich mehr oder weniger in die Gesellschaft integriert. Ich ging weiter in die Förderschule, obwohl ich von Unna nach Dortmund fahren musste.

Ich wollte den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 machen, doch die Klasse wurde immer voller (ich weiß nicht, warum), es gab wieder Probleme und als Gastschüler aus einer anderen Stadt wurde ich dann entlassen. Ich konnte dort also nicht bleiben.

In den Sommerferien versuchte ich in Unna an mehreren Schulen aufgenommen zu werden. Leider wollte keine Schule mich aufnehmen, bin nur abgelehnt worden. Die Arbeitsagentur hat mir dann das Werkstatt-Berufskolleg vorgeschlagen.

Ich war anfangs sehr skeptisch, habe aber festgestellt, dass die Lehrer gut sind und auch die anderen Schüler. Meine Vision ist nun der Hauptschulabschluss nach Klasse 10, danach die Fachoberschulreife und das Fachabitur. Danach möchte ich studieren. Ich fühle mich im Augenblick sehr wohl.“

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