Deutscher PEN bei Demonstration „Stopp TTIP und CETA“

Kreis Unna/Berlin. Das PEN-Zentrum Deutschland gehört zum Unterstützerkreis der bundesweiten Großdemonstration „Stopp TTIP und CETA – Für einen gerechten Welthandel“. Als Mitglied des Deutschen Kulturrates ruft der PEN gemeinsam mit vielen anderen Organisationen dazu auf, am kommenden Samstag, den 10. Oktober 2015, in Berlin zu demonstrieren. Treffpunkt des Kulturblocks ist um 10 Uhr in der Rahel-Hirsch-Straße unweit des Berliner Hauptbahnhofs.

„Wir sind gegen TTIP und CETA, weil wir für kulturelle Vielfalt sind, für Demokratie und transparente politische Entscheidungsprozesse, für unsere europäischen sozialstaatlichen und rechtsstaatlichen Errungenschaften“, begründet Generalsekretärin Regula Venske die Haltung von PEN. „Es besteht die Gefahr, dass diese uns wichtigen demokratischen Errungenschaften durch TTIP und CETA ausgehebelt werden, wenn nicht sofort, dann durch verschiedene Verfahrensweisen zu einem späteren Zeitpunkt sozusagen durch die Hintertür. Zudem droht eine Verschärfung der Verteilungsungerechtigkeit und die weitere Verarmung der jetzt schon benachteiligten Länder. Wer die Bedingungen für die Armutsflüchtlinge, die jetzt zu uns kommen, in ihren Heimatländern verbessern will, muss TTIP und Co. ablehnen!“

PEN-Beirätin Nina George wird auf der Demonstration Stellung beziehen: „Als Schriftstellerin sehe ich auch mit Zorn auf die Folgen für die Buchbranche, für unsere Leserinnen und Leser: Die Buchpreise werden, wenn die Preisbindung ´dank` TTIP fällt, steigen. Nicht sinken – so geschehen in den USA, wo Taschenbücher über 20 Euro kosten (Deutschland: 8,99-9,99 €). Gleichzeitig wird der Markt von Bestseller-Klonen überspült. Sobald Bücher zur Ware degradiert werden, als ob sie Schweinehälften, Autotüren oder Klettverschlüsse seien, werden vorwiegend nur Bestseller gesucht – und gedruckt! Bücher sind ein emotionales, unberechenbares und je nach Landeskultur zutiefst individuelles Produkt, die nicht weltweit gleichgeschaltet werden können. Aber genau das will TTIP.“

SPD-Europaabgeordneter Dietmar Köster vor Sozialdemokraten in Bergkamen zum Thema: „Ich habe Sorge, dass die Kommunen in ihrer Handlungsfähigkeit durch geplante Privatisierungen in ihrer Kompetenz zur Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge eingeschränkt werden, wenn künftig Waren und Dienstleistungen ab 200.000 Euro und Bauaufträge ab 5 Mio. Euro transatlantisch ausgeschrieben werden müssen.”

SPD-Bundestagsabgeordneter Marco Bülow schreibt auf facebook: “Auch Unternehmen rebellieren mittlerweile gegen das geplante Handelsabkommen. Mehr als 1200 Betriebe haben sich einem Aufruf angeschlossen, der den sofortigen Abbruch der Verhandlungen über TTIP fordert. Sie kritisieren u.a. die Intransparenz der Verhandlungen sowie die befürchtete Absenkung von europäischen Umwelt-, Sozial- und Verbraucherschutzstandards.”

Weitere Informationen: http://ttip-demo.de

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