Von Menschen im Werkstatt-Berufskolleg (V): Marina und ihr Aufbruch als sie Mutter wurde

das Gespräch führte das Werkstatt-Berufskolleg

Marina (Name geändert), 21 Jahre alt, erzählt selbstbewusst und sehr offen und ehrlich, klar strukturiert und ohne Zögern ihre Lebensgeschichte.

„Es fing alles an mit falschen Freunden, ich rutschte ab in kriminelle Kreise, nahm Drogen, hatte ständig mit der Polizei zu tun wegen meiner Diebstähle, meinem Drogenkonsum und anderer Dinge. Es ist mir noch heute sehr unangenehm, ich spreche nicht drüber. Das war eine schreckliche Zeit. Exzessiver Drogenkonsum, Cannabis besonders viel, ich fand es auch cool Kokain zu nehmen, nur am Partyfeiern, dazu viel Alkohol und natürlich bekam ich keinen Schulabschluss, nur den Abgang nach Klasse 8, nachdem ich 3 Male von der Schule geflogen war. Ich hatte ständig nur Stress mit den Lehrern und auch mit den Schülern.

Dann passierte es: Ich wurde mit 17 schwanger, das schlug ein wie ein Donnerschlag.

Und dann hat sich alles verändert, ich habe mich verändert, bin verantwortungsbewusster geworden, hatte auf einmal keinen Bock mehr auf Polizei, Partys und Drogen. Von heute auf morgen habe ich mit dem Kiffen aufgehört, hatte nie wieder Drogenkonsum. Ohne irgendeinen Übergang, ohne die alten Kontakte. Ich habe sofort mit allen unguten Dingen aufgehört.

Ich war dann 2 Jahre zu Hause und habe mich um das Schönste in meinem Leben gekümmert, mein Kind. Meine Eltern standen immer zu mir, dafür bin ich sehr dankbar, es gab wohl auch Stress, aber sie hielten immer zu mir, die besten Eltern der Welt. Auch heute betreuen sie mein Kind, wenn es nicht zum Kindergarten geht.

Dann kam ich zur Werkstatt im Kreis Unna und damit zum Werkstatt-Berufskolleg. Es ist alles super, tolle Lehrer, toller Unterricht und auch total nette Schüler. Zuerst habe ich den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gemacht, jetzt werde ich die Fachoberschulreifeprüfung am Ende des Schuljahres machen.

Das Werkstatt-Berufskolleg das Beste, was mir jemals passiert ist, wenn ich an meine Bildung denke. Ich komme hier mit allen klar, ich fühle mich mega-wohl und komme jeden Morgen sehr gerne hierher. Und mein Kind hat mein Leben total verändert, von heute auf morgen. Ich liebe es über alles. Und ich werde es schaffen!“

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