Und ja, ich wiederhole, ja: Es ist eine Wahl!

Unna. Nach den Vorschriften der Landeswahlordnung NRW und des ist die Kreisstadt Unna verpflichtet, in geeigneter Weise mitzuteilen, welche Wahlräume barrierefrei im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW sind. Die Angaben zur Barrierefreiheit der einzelnen Wahllokale finden Sie in der Anlage.

Mit diesen spröden Sätzen folgt die Stadt den Vorschriften-Regularien, die zu einer Wahl nun einmal heute gehören. Und ja: Es ist eine Wahl, die in Unna am 13. September 2015 ansteht. Die Stadt hat ihrem Bürgermeister das Mandat zu geben, sein Amt weiter zu führen. Oder, wenn es Bürger gibt, die anderer Ansicht sind, mit ihrer Nein-Stimme zu zeigen, dass ihnen dieser Kandidat missfällt.

Allenthalben melden und meldeten sich schlaumeiernd Stimmen zu Wort, ob stammtischelnd, schreibend oder politisierend, die bejammerten, dass das keine Wahl sei, weil ja nur ein Kandidat aufgestellt sei. Es ist in einer Demokratie ja bekanntlich ausdrücklich erlaubt, dummes Zeugs zu verbreiten. Richtiger wird es dadurch nicht. Natürlich ist es eine Wahl, richtig, es gibt erstmals keine Auswahl zwischen verschiedenen Kandidaten verschiedener Parteien.

Aber wer hat denn noch nie eine solche Wahl gehabt. In seinem Sportverein, in seinem politischen Verein, in seinem Kleingartenverein … oder, oder, oder. Da ist es doch eher die rühmliche Ausnahme, wenn in der Ehrenamtlichkeit es mal zu sogenannten Kampfkandidaturen kommt.

Und doch schreiben alle am nächsten Tag den Medien die Mitteilung: … wiedergewählt wurde Heinz Kasuppke – der alte und neue Vorsitzende – weil es eben eine Wahl war. Und die Medien schreiben dann artig, dass dieser Heinz Kasuppke den Verein X für weitere 2 Jahre leitet. Und danach? Wahrscheinlich “the same procedure”.

Und Unnas Bürgermeister ist nur insofern dafür verantwortlich, dass niemand sich zur Gegenkandidatur bereit fand, weil er in den vergangenen Jahren erkennbar gute Arbeit in seinem Amt leistete. Dieser Meinung waren jedenfalls die Parteien im Rat. Die SPD gab ihm – als Mitglied nicht sonderlich überraschend – 100 Prozent bei der Versammlung nach Landeswahlgesetz. Andere konkurrierende Parteien ließen sich konkret vernehmen, dass sie dem hoch anerkannten Bürgermeister niemanden entgegen stellen wollen. Und die Christdemokraten ließen ihre eigene Katze aus dem Sack: Sie wollten doch keinen eigenen, aussichtsreichen Kandidaten “verbrennen”, wenn sie ihn in ein “aussichtsloses Rennen” gegen Werner Kolter schicken.

Na ja, auch eine Begründung, sicher auch diese in einer Demokratie ausdrücklich erlaubt, aber von beeindruckender sportlicher Logik, die ja auch zu Wahlen gehört. So etwa wie in der Bundesliga. Warum noch zu Spielen gegen Bayern München überhaupt anreisen, die holen sich ja doch ihre Punkte.

Ebenso beeindruckend sind indes auch fabelhafte Berichte darüber, dass an anderer Stelle, in diesem Fall in Münster, Wahlkampf stattfände. Sensationelles lesen wir, dort kandidiere sogar die FDP und deren populistischer Herr Immerda, Wolfgang Kubicki, hat sogar die liberale Haltung, aus Schleswig-Holstein kommend dorthin zu reisen. Jau, DAS ist Wahlkrampf.

Irgendwie ermüdend, dass eine Kandidatur eines Mannes alle Nase lang aufs Neue begründet werden muss, weil andere nicht gegen ihn kandidieren wollen und wieder andere gar keinen anderen Kandidaten wollen.

Aber, wie schon zweimal erwähnt: In der Demokratie ist es ausdrücklich erlaubt, auch mal Unsinn zu erzählen.

Ach ja, die Liste. Bin ganz abgekommen. “Nach den Vorschriften der Landeswahlordnung NRW und des ist die Kreisstadt Unna verpflichtet, in geeigneter Weise mitzuteilen, welche Wahlräume barrierefrei im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW sind. Die Angaben zur Barrierefreiheit der einzelnen Wahllokale finden Sie in der Anlage.”

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