Ein Eöffnungsabend beim Stadtfest, Volkers Geburtstag und ein Fest der 80.000 mit Dede

Volker König wurde 60 Jahre alt. Ein bisschen versonnen fällt sein Blick auf das eine oder andere Geschenk zu diesem Ehrentag.

Volker König wurde 60 Jahre alt. Ein bisschen versonnen fällt sein Blick auf das eine oder andere Geschenk zu diesem Ehrentag.

Unna. Und es war doch ein schönes Wochenende. Trotz miesen Wetters, trotz des verpassten Rückfahrtzuges, trotz manchen Gesprächs, das ungeführt bleiben musste und anderen, die geführt wurden, aber kaum Berührung hinterließen. Egal es war Stadtfest in Unna und ein Adé-Dede-Fest in Dortmund vor einer Kulisse, die manche Bundesligaclubs gern hätten, wenn die Bauern vorbei kommen, um ihre drei Punkte abzuholen.

Es begann mit überraschendem Genuss. Unnas Bürgermeister Werner Kolter wurde ein Interview gewidmet, dessen Ausmaße die Lektüreaffinität mancher Leser vor eine Herausforderung stellte – nur wegen der Ausmaße. Die Wettervorhersage ließ wenig hoffen, aber dasselbe zeigte sich gnädig, zumindest bis ca. 22 Uhr am Freitag. Und zwischendurch ereilte uns wehrlose Rezipienten auch noch die unvermeidliche Feststellung medialer Aktualitäten-Beobachter, dass irgendwo in Münster denn doch noch ein – nein der Wahlkampf entdeckt worden sei, weil da selbst die FDP kandidiere. Und als lokaler Bezug lächelt Andreas Tracz ins Bild, weil der gemeinsam mit dem liberalen Allgegenwärtigkeitsinstrument bei jeder sich bietenden Talk-Show – richtig geraten, Wolfgang Kubicki, zur Wahlhilfe unter den Dom gereist war.

Aber zurück zum wirklich Unterhaltsamen: Zum Familientreffen während der Eröffnung auf dem Alten Markt waren viele anwesend, die man das Jahr über nur selten sah. Oder überhaupt nicht, wie den treuen Freund René van Boxtel aus Waalwijk, dessen Liebe zu Enkirch, seinen Weinen, Winzern und lebensfroher Leuten ihn inzwischen sehr innig mit Unna verbindet. Großes Hallo, als er sich mit Altbürgermeister Wilhelm Dördelmann in den Armen lag. Und nicht nur die beiden fanden sich später – als das Weindorf im Schatten der Stadtkirche eröffnet war – dort wieder, um einen Schoppen zu nehmen. Georg Nicolaiciuc sah man im Kreise begeisterter Zuhörer, die jeden Satz fröhlich belachten, und von denen kann der Nico so einige raushauen, wenn er in Form ist.

Horst Bresan ließ sich mit Teilen seines emsigen Teams fotografieren. Hübsch anzuschauen, und allesamt hoffend, dass das Wetter weiter gutmütig bleibt und zur Zufriedenheit von Unnas Stadtmarketing das Stadtfest trocken hält. Joesef Wagner sagt guten Tag, den habe ich mal vor zehn Jahren in die SPD aufgenommen, in der er auch heute noch ist und dafür geehrt wurde. Mit Klaus Stindt gibt’s später einige ernstere Minuten, als wir beim Wein ventilieren, wie gesellschaftliche Entwicklung aussehen könnte – oder sollte.

Aber dann, etwas Aufmerksamkeit bitte. Bürgermeister Werner Kolter bereitet sich auf den Eröffnungschlag vor, holt sich bei Mutter Grete noch Zuversicht, dass er Hammer und Zapfhahn auch ordentlich treffe. Und dann fließt auch schön, was fließen sollte und die ersten Gläser gehen aufs Haus.

  • Bürgermeister Werner Kolter und die Wein-Botschafterinnen und der Bacchus aus Enkirch, was wäre ein Stadtfest ohne diese Gäste.
  • Horst Bresan und der weibliche Teil seines Teams lassen sich gern mal gemeinsam ablichten.
  • Josef darf nicht fehlen. Er kommt zu jeder Stadtfest-Eröffnung aus Dortmund angereist.
  • Georg "Nico" Nicolaiciuc, wie immer hing seine Umgebung an seinen Lippen.
  • Das war ein großes Hallo. Wilhelm Dördelmann und sein alter Freunde René aus Waalwijk fielen sich in die Arme.
  • Partnerschaft unter sich: Beate Kispal und René van Boxtel.

Später, auf dem Kirchplatz träumen Karl Dittrich und ich uns nostalgisch lächelnd in Zeiten zurück, als er noch nicht ahnte, mal Schulbegleiter zu werden, sondern täglich eine nahe der Brillanz gefertigte Unnaer Tageszeitung illustrierte. Und ich, der ich ihm textend assistierte, ahnte nicht, dass einige Jahre später unsere Gespräche sich mal nicht um Zeitung drehen würden, sondern ums Fachsimpeln über Unnas kommunale Politik.

Als ich dann durch den Regen trottete und den Zug erreichen wollte, der mir dann ohne mich voraus nach Hagen rollte, blieb noch ein Stündchen zum Nachdenken bei einer Weinschorle aus dem Hause Panareo, dessen Alimentari hoffnungslos überfüllt war – ihm und dem Team machte die inzwischen uselige Witterung wenig Kopfzerbrechen, denn alles, was sein Laden aufnehmen konnte, drubbelte sich dort.

Tags drauf, mich schwerfällig tapsig fortbewegend (zu lange gestanden am Vortag) auf dem Weg zu einem weiteren Höhepunkt des Wochenendes. Schweren Kopfes wollte ich doch unbedingt einer Einladung folgen, bei der die Kalotte wieder freigepustet werden sollte. Volker König, Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender der SPD, feierte, seinen 60. Geburtstag. Willkommen im Club, ich habe ihm ja ein paar Jahre voraus – was man auch sieht. Mein lieber Freund Wolfram Kuschke nannte mich mal den “Columbo” der Unnaer SPD, wegen meiner standhaften Abwehr, eine standesgemäße Kleidung anzulegen. Der Häscher übt zwar erfolgreich den Beruf eines Columbo aus, ist aber stets wesentlich besser gekleidet.

Es gibt ja Freunde, bei denen man nach Jahrzehnten erst bemerkt, dass sie weder welche sind noch jemals solche waren. Aber es gibt auch solche Freunde, die immer diesen Titel verdienten, man aber erst nach Jahrzehnten feststellt, dass man dies eigentlich viel zu spät wahrnahm. Wie dem auch sei, meinem lieben Volker zum rubiconösem Übertritt ins 6. Lebensjahrzehnt zu gratulieren, durchlüftete wirklich das pochende Hirn. Und dem Volker, in dessen Garten stolz eine große BVB-Fahne trotzig gegen den Regen im Wind flatterte, stand als seine Gästereihen sich lichteten ja noch ein wunderbares Erlebnis bevor. Mit mehr als 80.000 anderen schwarz-gelben Herzblut-Fans wollte er beim Abschiedsspiel Dede zujubeln. Ich sagte dem borussigsten aller Brasilianer mit ihm adé, dem ich so lange beim Ablaufen der Seitenlinie in den zweiten Halbzeiten, wenn er in Richtung Gelbe Wand unterwegs war, zugeschaut hatte.

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