Werner Kolter plaudert von Pasta, Mutter Gretes Stielmus und der kommunalen Politik

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher wurden prima unterhalten und umfassend informiert, als Werner Kolter und Maik Luhmann auf dem Sofa miteinander plauderten. - Foto: Simone Melenk

Die zahlreichen Besucherinnen und Besucher wurden prima unterhalten und umfassend informiert, als Werner Kolter und Maik Luhmann auf dem Sofa miteinander plauderten. – Foto: Simone Melenk

Unna. Bürgermeister Werner Kolter ist nur eine Farbmischung ähnlich lieb wie schwarz-gelb: 100 Prozent Magenta und 100 Prozent Gelb, macht ca. HKS 13 – Rot. Und so fühlte er sich sichtlich wohl, als er auf dem gleichnamigen Sofa im Hotel Katharinen Hof Platz nahm, wo er schon häufiger saß und auch schon mal von Maik Luhmann interviewt worden war, der souverän fragend dem Werner aus der Klosterstraße (Herkunft, Wohnort ist heute anderswo) ebenso souveräne Antworten entlockte.

Dass er italienische Pasta in jeder erdenklichen Variation mag, dass Stielmus oder Gänsefutter bei Mutter Grete ihn zum Schwärmen bringen, dass er nach dem Abitur als Berufswunsch mal Frauenarzt angegeben hatte und dass die Sache mit Politik und dem Bürgermeisteramt erst viel später – nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften in Konstanz – in seinen Sinn gekommen seien, erzählte er. Und auf die blutjunge Universitätsstadt Konstanz sei er aus ganz profanen Gründen gekommen: wunderschöne Gegend, familiäres Studieren, Kontakt zum legendären Ralf Darendorf und der Vorzug, eine gewisse Entfernung zwischen sich als Einzelkind und die Familie in Unna zu legen. “Das nabelte automatisch ab.”

Wer mit Werner Kolter in den Dialog tritt, wird unweigerlich auf Politisches zu sprechen kommen. Und das hat dann überwiegend mit Unna zu tun, dessen Vorzüge und einnehmendes Stadtklima der Bürgermeister an seiner Heimatstadt gar nicht hoch genug loben kann. Ob es dieses weltoffene Klima einer überschaubaren westfälischen Kreisstadt ist, ob es ihre frühen Antworten auf eine demografische Veränderung sind, ob er den Bildungsstandard Unnas rühmen kann, ob es die Erfolge in der U3-Betreuung sind oder 900 Plätze im Offenen Ganztag, die dieser Stadt eine hervorragende Attraktion für gerade junge Familien gibt – Werner Kolter muss nicht lange im Gedächtnis suchen, wenn er Unna als kulturellen, als gesellschaftlichen, als bildungsnahen Platz preisen will.

Was in diesen Tagen bei keiner kommunal befestigten Gesprächsrunde fehlen kann, das Thema der Zuwanderung und der Not von flüchtenden Menschen. Noch einmal ließ Werner Kolter wertungsfrei Revue passieren, wie sich die Stellung der hoch kompetenten Landesstelle völlig naiv fehleingeschätzt von einer christdemokratisch-liberalen Landesregierung veränderte. Ein Minister Laschet im frohlockenden Zusammenspiel mit einem früher recht begabten Hockeyspieler namens Wolf (damals vorübergehend Innenminister) hatten gemeinsam beschlossen, dass es künftig keine Krisen weltweit mehr gebe und man sich die Landesstellen-Kosten ja sparen könne. Und so warf man diese der Stadt Unna quasi vor die Füße.

Aus eigener Kraft wurde dann die heute sichtbar prosperierende Hochschule angesiedelt, die nach dem nahezu flehenden Hilferuf des Landes derzeit neben Teilen der wiederbelebten Landesstelle mit der Erstaufnahmestelle koexistiert. 800 Menschen sollten nach einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Unna und dem Land dort aufgenommen werden. Tatsächlich sind es derzeit 1000 und manchmal auch mehr. Und da wird nun aus dem Rat – aus den Reihen der FLU – nachgefragt, ob denn der Bürgermeister solches zuließe. “Natürlich!” Antwort von Werner Kolter. Wenn das Land von einer seiner Kommunen Hilfe brauche, dann müsse es sich auf diese Hilfe verlassen können. Und stolz auf die Menschen in Unna stellte er fest, wie großartig und schnell ehrenamtliche Hilfen in Massen zugepackt hätten. Nun, Unna hat eben viele Jahrzehnte Übung im Aufnehmen von fliehenden Menschen. Früher waren es Aussiedler, heute kommen sie z.B. aus Syrien.

Ein munterer, bisweilen nachdenklicher, aber stets familiär wirkender Abend ging dem Ende zu. Horst Weckelmann, Bergbaulegende aus Massen, gab Werner Kolter noch mal den Steilpass zur Festlegung Unnas in Sachen Flugplatz Dortmund, Landebahnverlängerung und Nachtflug. Konnte ihn das klare “Nein” sagen lassen. Und dann noch ein gemeinsames Pils mit “Rillo” Prym und Günter Luhmann. Und nur nicht zu euphorisch über des BVB Saisonstart geschwärmt.

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