Sterbebegleitung will eine sorgende Gesellschaft

Schwerte. Zwei werden im Herbst in diese oder andere Richtung im Bundestag die Hand für eine an der Menschenwürde orientierte Sterbebegleitung heben. Oliver Kaczmarek, der in Schwerte eine nachdenkenswerte und nachdenklich stimmende Veranstaltung zu diesem diskutierten Thema moderierte, und Kerstin Griese, die allerorts für ihren “Weg der Mitte” wirbt, der “ein klares Nein zu Vereinen und Einzelpersonen, die organisiert und als Geschäft Sterbehilfe betreiben”, formuliert, aber den “Wunsch nach einer sorgenden Gesellschaft, die sich um todkranke Menschen kümmert und sie nicht allein lässt” deutlich macht. Klaus Koppenberg, der aktiv den ambulanten Hospizdienst in Unna unterstützt und Dr. Boris Hait, Palliativmediziner am Unnaer Katharinenhospital, vervollständigten das Podium.

Oliver Kaczmarek hatte bereits im Vorfeld für seine Person angekündigt, sich so umfassend wie möglich und in der Meinungsspreizung so vielfältig wie es das empfindliche Thema erfordert, informieren zu wollen. Dazu unter anderem sollte diese Podiumsveranstaltung dienen. Und diesem Anspruch wurde sie auch gerecht. Sowohl Kerstin Grieses Impulse als auch Oliver Kaczmareks Ergänzungen und die Meinungen der beiden Fachleute stützten einen übereinstimmenden Tenor. Es geht nicht um flache Begrifflichkeiten, die populistisch mit “Sterbehilfe” das Problemfeld umfassen zu versuchen. Es geht um Fürsorge, um das kommunikative Miteinander auf schwersten Wegen, um Begleitung im wahren Wortsinne und Verhinderung von Isolation.

Und – so fasste es Oliver Kaczmarek übereinstimmend mit Kerstin Griese zusammen – es geht letztlich um eine andere gesellschaftliche Orientierung, die Hinwendung und Miteinander in den Mittelpunkt stellt, dem Sterben Isolation und Tabuisierung nimmt, Begleitung und zusprechendes Helfen in den Vordergrund rückt. In dieselbe Richtung gingen auch die meisten Statements aus dem nachdenklichen Publikum. “Ich habe viel mitgenommen, Wichtiges erkennen können und Entscheidungshilfen gewonnen”, sagte Oliver Kaczmarek im Anschluss. Er sei froh darüber, dass eine solche Veranstaltung stattfinden konnte.

Beitragsbild: Das Podium: Dr. Boris Hait, Kerstin Griese, Oliver Kaczmarek und Klaus Koppenberg. – Foto: Privat

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