Sylvia Löhrmann lockte viele kritische Fragesteller in den Katharinenhof

Schulministerin Sylvia Löhrmann hielt ein mit viel Information gespicktes Eingangsreferat.

Schulministerin Sylvia Löhrmann hielt ein mit viel Information gespicktes Eingangsreferat.

Unna. Prominenter Besuch im Katharinenhof. Schulministerin Sylvia Löhrmann kam auf Einladung der Grünen und der SPD, um mit Bürgermeister Werner Kolter, Königsborns Gesamtschulleiter Hans Ruthmann und Schulausschussvorsitzendem Michael Sacher aktuelle Probleme in der lokalen und landesweiten Schullandschaft zu diskutieren. Und rund 100 unübersehbar hoch interessierte Bürgerinnen und Bürger, Schüler, Lehrer und Eltern füllten den Saal “Picasso” des Hotels an seine Grenzen. Für Sebastian Laaser, als schulpolitischem Sprecher der SPD zusätzliche Herausforderung, möglichst viele der Wünsche nach Information im Auge zu behalten.

Ausführlich leitete Sylvia Löhrmann mit einem Impulsreferat ins Thema, umriss weit und umfassend ihre und des Landes Bemühungen um Lehrerausstattung und Erfüllung der gewünschten Stunden an Unterricht, lieferte Zahlen zum Beleg, ließ kaum ein relevantes Thema aus – sieht man mal vom unseligen G8 und seinen Folgen ab – und sorgte für ausreichend Themenauswahl zum anschließenden Gespräch.

Bürgermeister Werner Kolter machte u.a. klar, dass die sogenannten "Inklusionsmittel" für Unna völlig unzureichend sind.

Bürgermeister Werner Kolter machte u.a. klar, dass die sogenannten “Inklusionsmittel” für Unna völlig unzureichend sind.

Bürgermeister Werner Kolter wies klar darauf hin, dass es durchaus Haken und Stolperfallen im System gebe. Mit 100000 Euro Inklusionsbeitrag für in Unna anstehende Inklusionskosten sei nicht annähernd das aufzufangen, was an Investitionkosten nötig wird – geschätzte 4 Mio.. Dessen ungeachtet wies er darauf hin, dass 8 Mio. Investitionsmittel des Bundes für die Kommunen, die nach Unna fließen, nahezu komplett in schulspezifische Objekte flössen.

Werner Kolter thematisierte indes auch ein wachsendes Gefälle zwischen Kommunen im Lande und vor allem bundesweit. Während andere Länder lustig weiter die Kommunen ihre Haushalte kameralistisch rechnen ließen, gehe NRW durch das Neue Kommunale Finanzmodell und die damit verbundene Doppik sehr streng mit den Gemeinden um. (Das Land rechnet selbst weiter nach dem kameralen Modell.)

Sebastian Laaser, schulpolitischer Sprecher der SPD, moderierte die Gespräche zwischen Bürgermeister Werner Kolter, Gesamtschulleiter Hans Ruthmann,  Sylvia Löhrmann und Schulausschussvorsitzendem Michael Sacher (GRÜNE).

Sebastian Laaser, schulpolitischer Sprecher der SPD, moderierte die Gespräche zwischen Bürgermeister Werner Kolter, Gesamtschulleiter Hans Ruthmann, Sylvia Löhrmann und Schulausschussvorsitzendem Michael Sacher (GRÜNE).


Trotz solcher finanziellen Handschellen gelinge es in Unna nach wie vor, jedem Modell vorbildlich zu folgen, das es verdient. Werner Kolter nannte als Beispiel die Offene Ganztagsgrundschule. Mit heute 900 Plätzen im Stadtgebiet hat Unna einen Beitrag geleistet, diesem Erfolgsmodell bestmögliche Hilfestellung zu leisten.

Deutlich machte Hans Ruthmann darauf aufmerksam, dass sehr individuell und genau demografisch bedingte Schülerzahlenentwicklungen beobachtet werden müssten. Das laufe in der Praxis nun mal nicht statistisch und linear ab. Die einen Schulen bekämen nach wie vor Zulauf, wie die seine, andere müssten empfindlich Verluste bei den Anmeldungen beklagen.

Unterrichtsausfälle, das wurde bei einigen Statements und Fragen aus dem Publikum deutlich, erreichen auch in Unna punktuell dramatische Ausmaße. Da bekam Sylvia Löhrmann einige Impulse aus den Reihen der Gäste, die sie mit zu Arbeit nach Düsseldorf nehmen sollte. Und im Anschluss vertieften Elternvertreter und PGU-Schulleiter Dirk Kolar das Thema noch mit ihr in kleinerer Runde, dass der akute Handlungsbedarf unterstrichen wurde.

Rainer Schollas, Leiter der Peter-Weiss-Gesamtschule goss Wärme in die Runde. Er und sein Kollegium fühlten sich aufgehoben in Unna. Aber eine dringend Bitte läge ihm auf dem Herzen. Die Toilettenanlagen in seiner Schule seien inzwischen seit vielen Jahren überfällig. Da sei nun keine Zufriedenheit von keiner Seite mehr herbei zu reden.

Allerdings sah man am Ende denn doch überwiegend zufriedenen Mienen im Rund, das sich zu vorgerückter Stunde auflöste auflöste. Was dann allerdings am BVB lag, der mit seinem Torsegen erst richtig loslegte, als der offizielle Teil des Abends beendet war.

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