Der allen bekannte Bundestagsabgeordnete Philipp Graf von und zu Lerchenfeld kriegt am meisten

Berlin. Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, Albert Stegemann, Johannes Röring oder Hans-Georg von der Marwitz – kennt die jemand? Also ich nehme für mich in Anspruch, mehr als der Durchschnitt für den Hauptstadt-Parlamentsbetrieb interessiert zu sein. Aber durch nennenswerte Sachkenntnis, außerordentliche Eloquenz oder höherrangige Regierungsposten sind mir diese Namen bisher nie untergekommen. Aber sie haben eines gemeinsam: Beim Transparenz-Portal abgeordnetenwatch.de werden sie als Nebeneinkunfts-Topkassierer im Bundestag geführt. Ihnen folgen noch ein paar gleichermaßen farblose Großeinnehmer, unter anderen der fast vergessene Heinz Riesenhuber (der mit dem Propeller am Hemdkragen). Dann erst sticht zumindest mir jemand ins Auge, der durchaus das Geld wert ist, was manche ihm an Honoraren zahlen: Peer Steinbrück.

Jau, den kenne ich. Jo, dem traue ich zu, dass er was mitbringt, wenn er eingeladen wird. Etwas, was den Gegenwert zu Honorarzahlung darstellt. Zugegeben, er ist wie ich Sozialdemokrat. Zugegeben, manche von uns sehen ihm einiges grollend nach. Und auch zugegeben, er ist mir aus der Nähe einer gemeinsamen Zeit im besten aller Unterbezirke sehr sympathisch. Aber: Erstens ist er lebender Beweis dafür, dass manche Sozis richtig was verstehen, von dem, was sie erzählen. Zweitens beweist er, dass Sozis durchaus geldbewusst reagieren können, wenn sie gebeten werden, einem Auditorium die Langeweile zu vertreiben. Und drittens, legen seine Vorträge den jeweiligen Zuhörerinnen und Zuhörern immer wieder die Vermutung nahe, dass bestimmte politische Standpunkte vertreten werden können, ohne sie dabei in einen komatösen Zustand zu versetzen.

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, dessen Urgroßonkel von 1921/22 mal bayerischer Ministerpräsident war, tat sich laut abgeordnetenwatch.de 1,148 Millionen während der laufenden Legislaturperiode aufs Konto. Dabei enterte er das Parlament in der Preiss’n-Metropole erst 2013 zum ersten Mal, ist relativ zur Länge seiner Abgeordnetentätigkeit also recht frisch. Aber er hat aus dem bayerischen Landtag Erfahrung mitgebracht. Da war er finanzpolitischer Sprecher. Okay, betrachtet man die Hitparade von abgeordnetenwatch.de muss er von seinem erlernten Job als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wohl was verstehen.

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