Jugendliche aus dem Werkstatt-Kolleg machen Arbeitsurlaub im italienischen Cisterna di Latina (III) – Nicht nur Fair Trade, auch Bio!


Unna/Cisterna di Latina. Tolle Aktion, mit wahnsinnigen Eindrücken verbunden: Seit Dienstag, den 30. Juni 2015, sind Jugendliche aus dem Werkstatt-Kolleg in Unna in Italien. Gemeinsam mit jungen Menschen aus Polen und Italien arbeiten sie dort für zwei Wochen auf einem Farmgelände, das die italienische Regierung von der Mafia (Camora) konfisziert und in eine gemeinnützige Begegnungsstätte umgewandelt hat.

Die Jugendlichen errichten während ihrer Aktiv-Ferien auf dem Gelände zum Beispiel einen Gemeinschaftsraum, arbeiten mit recycelten Materialien und legen Blumenbeete an. Schon jetzt ist unter den drei teilnehmenden Gruppen geplant, sich in den nächsten und übernächsten Sommerferien dann in Polen und Deutschland zu treffen, um dort ebenfalls gemeinsam nachhaltige Projekte zu verwirklichen. Der heutigen Bericht wurde geschrieben…

von Bilal Zaria

Der Tag hatte besonders gut angefangen. Im Gegensatz zu uns, frühstückt man in Italien eher leicht mit Keksen und Joghurt. Heute hatte man sich auf uns frühstückshungrige Deutsche jedoch eingestellt: Zum ersten Mal bekamen wir Käse, Schinken, Eier und Nutella.

Unser Tag fing dann so richtig mit einer Zugfahrt nach Monte Seriagio an, wo wir dann zu einer Biofarm fuhren. Jetzt im Sommer ist die Hochsaison für Tomaten, Erdbeeren, Zucchini und Birnen. „Nur im Notfall, wenn große Chargen gefährdet sind, nutzen wir Chemikalien“, erklärte uns die Plantangenleiterin. Natürliche Schädlinge, die aus den Niederlanden importiert wurden, werden zum Beispiel für den Schutz von Erdbeeren eingesetzt.

Nach der lehrreichen und heißen Zeit durften wir die (kühle!) Fleischerei „Salsiccia di Monte San Biagio“ besichtigen, in der regional sehr bekannte Würstchen und Schinken produziert und geräuchert werden. Direkt zu Beginn gab es leckere Kostproben. Das Highlight bildete hier die Kühlkammer, die wir bei -1 Grad Celsius betreten durften. Last but not least konnten wir nach dem anstrengenden warmen Tag in einem Waldstück relaxen.

Eine interessante internationale Erfahrung konnten wir auf der Rückfahrt machen: Die Italiener lobten die Deutsche Bahn über alle Maßen für ihre Pünktlichkeit, während wir 45 Minuten lang auf den italienischen Zug warten mussten.

Beitragsbild: Wie toll sie gedeihen: Fair und Bio-angebaute Tomaten wachsen zu einer wahren Delikatesse heran. – Fotos: Kevin Ewe

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