Gruppe aus dem Werkstatt-Kolleg macht Arbeitsurlaub im italienischen Cisterna di Latina

Unna/Cisterna di Latina. Tolle Aktion, mit wahnsinnigen Eindrücken verbunden: Seit Dienstag, den 30. Juni 2015, sind Jugendliche des Werkstatt-Kollegs in Unna in Italien. Gemeinsam mit jungen Menschen aus Polen und Italien arbeiten sie dort für zwei Wochen auf einem Farmgelände, das die italienische Regierung von der Mafia (Camora) konfisziert und in eine gemeinnützige Begegnungsstätte umgewandelt hat.

Die Jugendlichen errichten während ihrer Aktiv-Ferien auf dem Gelände zum Beispiel einen Gemeinschaftsraum, arbeiten mit recycelten Materialien und legen Blumenbeete an. Schon jetzt ist unter den drei teilnehmenden Gruppen geplant, sich in den nächsten und übernächsten Sommerferien dann in Polen und Deutschland zu treffen, um dort ebenfalls gemeinsam nachhaltige Projekte zu verwirklichen.

Das Reise-Team schreibt

Wir schreiben diese Zeilen tatsächlich aus Italien. Eltern, Freunde und Kollegen macht euch keine Sorgen: Uns geht es gut! Der gemeinsamen Unterkunft ein wenig schlechter. Da gab’s am Vortag unserer Ankunft einen Zimmerbrand und wir konnten nicht einziehen. Nun haben wir eine kleine Schule besiedelt. Nach Geschlechtern getrennt gab’s je einen Klassenraum, und für die Teamer einen eigenen. Nicht so komfortabel wie vorgesehen, aber es wird ein cooler Aktiv-und Abenteuerurlaub.

In aller Frühe, nämlich am Dienstag um 6.45 Uhr, haben wir uns am Werkstatt-Kolleg getroffen. Und, was an einem Schultag schier undenkbar wäre, schien am Dienstag ganz normal: Alle waren pünktlich, keiner hatte seinen Pass vergessen – und das Abenteuer konnte beginnen.

Einen Flug über die schneebedeckten Alpen und eine Busfahrt nach Rom später, erreichten wir gegen 16.30 Uhr mit dem Zug endlich Cisterna di Latina (Region Latium). Wir wurden vor Ort herzlich von den italienischen Gastgebern mit einem traditionellen Italienischen Buffet empfangen. Signora Mantaj und Kevin Ewe mussten erstmal neue Kraft tanken (bedeutet in Italien: Kaffee!). Alle anderen Gruppenmitglieder waren noch fit genug, um Cisterna di Latina ausführlich zu erkunden und sich einen Überblick über die vorhandenen Shoppingmöglichkeiten zu verschaffen. Oder um gleich an verschiedenen Plätzen und gleich mehrmals ausgiebig „Gelati“-Angebote zu testen.

Die Gruppe aus Polen erreichte unsere Unterkunft erst kurz nach Mitternacht, und so stand nach einer kurzen Nacht heute der erste Tag am unserem Arbeitsort, dem „Casale Rosso“ an. Das Casale ist ein Haus samt Weinberg, das vor 15 Jahren aus dem Besitz der Camorra enteignet wurde und nun von sozialen Initiativen genutzt wird.

Bei 35 Grad im Schatten stand erstmal schweißtreibendes „Teambuilding“ auf dem Programm, alles drehte sich ums Kennenlernen, Gruppenaktivitäten, Regeln – aber gesungen wurde auch. Das Projekt hatte also einen erfolgreichen Start, und gleich gibt es auch schon wieder traditionelles italienisches Abendessen mit viel Salat. Das sollte man auf keinen Fall verpassen. Bis morgen!

Die internationale Jugendbegegnung in Cisterna di Latina/Latium dauert zwei Wochen und trägt den Titel „Gro-Up – grow up“. An ihr sind neben den Jugendlichen aus Unna zwei Partnerorganisationen aus Polen und Italien beteiligt. Das Workcamp ist Teil des europäischen Workcamp-Programms ewoca³, das vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Mercator gefördert wird. (Mehr Infos zu dem Programm: http://www.ewoca.de)

Beitragsbild: Heiß, Schatten. Bei der Teambesprechung suchte sich die gesamte Gruppe einen Konzentrations fördernden Schirm. – Fotos: Kevin Ewe

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