Amost Daily Soap (ich nummeriere nicht mehr): Von Piraten-Fragen, die sich selbst beantworten

Unna. Junge, Junge, das ging ja schneller als ich es antizipiert hätte. Plötzlich folgen die „Almost Daily Soaps“ wieder beinahe täglich, also im wahren Wortsinne. Unser famoser Rats-Pirat – nein, nicht wirklich Jack Sparrow, sondern fleischlich real Christoph Tetzner – hat angelegen der Tatsache, dass der Grund unterhalb der Großbaustelle des einstigen Prünte-Geländes die Konsistenz einer Schweizer Käses hat, der Stadt Unna mal wieder eine Anfragen-Breitseite gegönnt. Und weil seine Anfragen erst dadurch so richtig schön werden, wenn jemand über sie medial wirksam berichtet, war offenbar sein erster Schritt, nachdem er sie ins Rathaus versandt hatte, diese Fragen auf den medialen Weg zu bringen. Da stellt der in Nachrichtenlagen nicht ganz unerfahrene grüne Ratsherr Michael Sacher verblüfft fest: „Jetzt wird das Fragenstellen an sich schon eine Nachricht …“

Egal, jeder darf ja fragen, jeder darf sich auch fragen, ob manche Fragen nur des lieben Fragens wegen gestellt werden und fraglos bleibt immer jedem Einzelnen überlassen, ob er die eine oder andere Frage für wesentlich erachten muss oder in Frage stellen will. Ich merke schon, hier tauchen Fragen über Fragen auf. Aber der guten Ordnung halber – hier sind die sieben Fragen von hinter den sieben Wellenbergen des nach Transparenz gierenden Piraten:

  • Wie ist der aktuelle Status des Genehmigungsverfahrens?
  • Wie ist der Stand der Umsetzung des Projektes?
  • Gibt es Verantwortlichkeiten der Verwaltung im Zusammenhang mit den Hohlräumen auf dem Grundstück?
  • Wer kommt für mögliche Schadensersatzforderungen der Mieter / Eigentümer des Nachbargrundstückes auf?
  • Wie sieht die Verzögerung bei dem Projekt nun aus?
  • Waren die Probleme nicht absehbar, zumal die Vorbebauung (noch vor Prünte) bekannt war?
  • Besteht ein Zusammenhang mit dem Verzicht des Bauherren auf den Bau einer Tiefgarage?
  • Okay, das alles wäre zwar mit einem kurzen Besuch bei der Technikabteilung im Rathaus im persönlichen Gespräch klärbar gewesen, aber dann wäre es ja nicht unter den scharfen Blicken medialer Begleitung geschehen, wäre nicht der Name des unermüdlichen Ratsherrn öffentlich genannt worden, wie er sich tagtäglich abmüht, fragend die Rechte der Bürger einzufordern.

    Und manche Frage wäre eher denjenigen, die da jetzt etwas Neues auf etwas gerade Gekauftem bauen wollen oder den Vorbesitzern des gerade Gekauften, zu stellen gewesen. Wenn ich’s mal genauer betrachte, eigentlich alle. Und nun kommt auch mir eine Frage in den Sinn: Warum eigentlich muss für jede Frage, die ein Ratsmitglied sich selbst stellt, immer irgendein Mensch im Rathaus die Antwort wissen? Ich mache es mal so, wie der Pirat, der so gern sich selbst beantwortende Fragen stellt und gebe mir auch gleich eine Antwort auf die meine: Weil man mit Fragen ans Rathaus auch gleich Mutmaßungen über Verantwortungen verteilen kann!

    Und damit wäre schon erfüllt, was pirateske Sinnstiftung darstellt.

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