Woche der AWO – Familienzentren und Hilfen am Arbeitsmarkt weisen Wege

AWO LogoKamen/Unna. Über 30 Kindertageseinrichtungen betreibt die AWO im Unterbezirk Unna, 15 haben den Status eines Familienzentrums. Sie arbeiten mit über 180 Kooperationspartnern zusammen, um ihre Aufgabe bestmöglich zu erfüllen: ein dichtes Netzwerk zu knüpfen, das frühe Bildung der Kinder, Beratung junger Familien und Stärkung von Elternkompetenz gleichermaßen im Blick hat.

Im Rahmen der „Woche der AWO“ hatte der Wohlfahrtsverband die Partner zu Erfahrungsaustausch und Vorstellung aktueller Projekte nach Kamen eingeladen. „Die Einrichtungen orientieren sich mit den Beratungs- und Hilfsangeboten ganz eng am Elternwillen“, betonte Wilfried Bartmann, Vorsitzender des AWO-Unterbezirks Unna. Und: „Die Angebote sind deshalb attraktiv, weil sie niederschwellig, das bedeutet ohne formale Hürden sind.“

Ein Beispiel dafür stellte Ulrike Schatto, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter Kreis Unna, mit dem aktuellen Kooperationsvertrag vor. Sie und ihre Kollegen bieten offene Beratungen in den Familienzentren an. Dabei können viele Fragen in ungezwungener Atmosphäre gestellt werden – egal ob es um den fehlenden Schulabschluss, den Wiedereinstieg in den Beruf oder Ausbildungsmöglichkeiten in Teilzeit geht. „Hier werden Gespräche geführt, die so in einer Bürosituation überhaupt nicht möglich wären“, sagte Ulrike Schatto.

„Hier fühlen sich vor allem die jungen Mütter wohl, sie wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind und dass sie Ansprechpartner finden, denen sie vertrauen können.“ Ein anderes Projekt beschrieb Gökhan Kabaca vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Unna: Ein Unterstützungsprogramm für Väter mit Migrationshintergrund ist bereits in drei Kindertageseinrichtungen der AWO realisiert worden. Das Ziel: mit den Vätern über Erziehungsfragen und ihre Rolle in der Familie ins Gespräch zu kommen.

Einige lernen auf diese Weise das Familienzentrum überhaupt erst kennen. Erziehung ist im Elementarbereich immer noch überwiegend Frauensache. Aber auch das ändert sich: Die Familien werden bunter, Vielfalt wird zur Normalität. „Darauf müssen wir uns einstellen und entsprechende Angebote schaffen“, meinte Ulla Hawighorst-Rüßler, Fachberaterin beim AWO-Bezirk Westliches Westfalen. Die AWO-Familienzentren im Kreis Unna haben die Weichen dafür längst richtig gestellt – auch dank der vielen Partner an ihrer Seite.

Beitragsbild: AWO-Vorsitzender Wilfried Bartmann, hier mit Bürgermeister Werner Kolter bei der Eröffnung des Gottlieb-Gerlach-Hauses in Königsborn. – Foto: Rudi Bernhardt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.