Alle Ratsparteien ziehen für die Tafel an einem Strang

tafel logoUnna. Die Ratsfraktionen aller vertretenen Parteien haben in Gemeinsamkeit einen Antrag auf den Weg gebracht. Niemand taucht mit Erstgeburtsansprüchen auf, niemand stellt die Sache und den Inhalt vor den Namen seiner Partei, allen geht es um eines: beste Zukunftsoptionen für die Tafel Kreis Unna zu schaffen. Vorbildlich, lobe ich mal ausdrücklich. Da sich jeder weitere Kommentar erübrigt, hier der gemeinsame Antrag im Wortlaut:

1) Der Rat der Kreisstadt Unna erkennt das große ehrenamtliche soziale Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel an und wird sich gemeinsam mit der Verwaltung für eine Problemlösung bei der Beschaffung einer neuen Unterkunft für die Tafel in Unna einsetzen.

2) Der Bürgermeister wird gebeten, in Abstimmung mit dem Landrat das Thema bei der nächsten Zusammenkunft der Bürgermeister im Kreis Unna mit dem Ziel zu thematisieren, ob (und wie) eine finanzielle Unterstützung des Kreises bzw. der Kommunen mit Ausgabestellen gelingen könnte.

3) Die Verwaltung wird den Verein dabei unterstützen, tragfähige finanzielle Lösungen für eine geeignete räumliche Unterbringung in Unna zu finden. Dabei sollte sowohl die Anmietung als auch der Ankauf einer Immobilie geprüft werden.

Begründung:

Seit vielen Jahren bemüht sich die Unnaer Tafel um die Unterstützung armer Menschen mit Lebensmitteln: Sie sammelt überschüssige Nahrungsmittel die sonst vernichtet würden, und verteilt diese an bedürftige Menschen – immerhin an gut 3.500 Personen im Kreis Unna. Der Verein organisiert Ausgabestellen in allen Städten und Gemeinden, außer in Schwerte. Dabei finanziert er sich bisher ausschließlich über Sponsoren und Spenden.

Der Fortbestand der Arbeit der Unnaer Tafel e.V. stand in den letzten Wochen erheblich in Frage, nachdem die Ev. Kirchengemeinde Königsborn mit Blick auf zukünftige Strukturentscheidungen dem Verein die Kündigung für das Paul-Gerhardt-Haus zum 30.9.2015 aussprechen musste, dass sie der Tafel bisher mietfrei überlassen hatte. Gerade dieses Gebäude dient der Tafel als zentrale
Lebensmittelsammelstelle für die kreisweiten Ausgabestellen und als Ausgabestelle für die Kreisstadt Unna.

Nach Bekanntwerden der Kündigung machte sich der Verein auf die Suche nach neuen Räumlichkeiten – unterstützt durch die Wirtschaftsförderung Kreis Unna im Auftrag der Stadt Unna, Privatpersonen, Kirchen, politische Initiativen u.v.m. Die besichtigten Räumlichkeiten waren entweder von der Größe nicht geeignet oder zu teuer.

In den letzten Wochen wurden auch immer wieder Räumlichkeiten außerhalb der Kreisstadt ins Gespräch gebracht. Im Rahmen einer größeren, offenen Gesprächsrunde, zu der die CDUOrtsunion
Königsborn/Afferde am 2. Juni eingeladen hatte, machte der Vorstand deutlich, wie sehr die Vereinsarbeit von dem hohen Engagement seiner knapp 120 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, gerade am Zentralstandort Unna, abhängt. Diese könne man nicht einfach zu einer weit entfernten Ausgabestelle in einer anderen Stadt schicken (Fahrtwege, Fahrtkosten etc.). Daher hält der Verein ein Festhalten am Standort Unna für sinnvoll und notwendig.

Unterzeichner:

Volker König (SPD-Fraktionsvorsitzender), Gerhard Heckmann (CDU-Fraktionsvorsitzender), Charlotte Kunert (Grünen-Fraktionsvorsitzende), Klaus Göldner (FW/FLU-Fraktionsvorsitzender), Petra Weber (Linke-Fraktionsvorsitzende), Christoph Tetzner (Piraten-Fraktionsvorsitzender)

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