Kita-Streik: Vier Wochen und wenig wahrnehmbarer Anteil

Unna. „Bereits seit mehreren Wochen dauert der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst, an dem sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung beteiligen. Die streikbedingt enge Personal-/Organisationssituation im Jugendamt hat nun dazu geführt, dass der diesjährige Familiensonntag im Kurpark nicht in ausreichender Form vorbereitet werden konnte. Das Fest, das am 14. Juni 2015 stattfinden sollte, muss daher abgesagt werden.“

Mit diesen nüchternen Worten wird eine der allgemein erkennbaren Folgen des kurz mit Kita-Streik umrissenen Arbeitskampfes im öffentlichen Dienst angekündigt. Vier Wochen dauert er an. Hätte Herr Weselsky einen Monat lang am Stück beharrlich den Zugverkehr erlahmen lassen – der augenblickliche Untergang der Republik wäre aus jeder Zeile des Boulevards gequollen. Wenn aber das gleiche im Erziehungs- und Bildungswesen der selben Republik geschieht, dann gibt’s nicht mal was auf Seite 1. Zu aktualitätswürgend die nachweisliche Unabsteigbarkeit des HSV.

Und ich bleibe dabei: Warum gibt es so traditionell-staubig bis heute das ulkige Staffelungsmodell nach dem Motto “je jünger die Eleven, desto geringer werden die Lehrenden bezahlt”? Oder umgekehrt “je höher die Stufe desto höher auch die Besoldung”. Niemand soll herab gestuft werden, aber die verglichen an den pädagogischen Aufgabenfeldern hoch unattraktiven Entlohnungen im Elementarbereich hätten seit Langem eine Anhebung verdient.

Okay, in Unna werden kommunale Kindereinrichtungen nicht bestreikt, weil es keine kommunal geführten gibt. (Damit auch jedermensch das verinnerlicht.) Gleichwohl muss endlich die Ansprüche, die an den pädagogischen Auftrag im Elementarbereich gestellt werden, finanzielle Entsprechung finden. Gerade in unserer Zeit der wachsenden Menge bildungsferner Bevölkerungsanteile ist das dringend nötig.

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