MFM-Projekt am GSG: Fasziniert von der Reise in den eigenen Körper

Unna. „Nur was ich schätze, kann ich schützen!“ So lautet das Credo des MFM-Projektes (Mädchen-Frauen-Meine Tage bzw. Männer-Für-Männer), das in diesem Mai erstmals am Geschwister-Scholl-Gymnasium angeboten wurde. MFM ist ein sexualpädagogisches Präventionskonzept, welches Mädchen, Jungen und ihre Eltern in die Pubertät begleitet. Es soll die Wertschätzung des eigenen Körpers verbessern, eine Grundvoraussetzung, um sich im eigenen Körper wohlzufühlen und später verantwortlich mit Sexualität und Fruchtbarkeit umzugehen. Das Projekt hat mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. die Auszeichnung als „best practice-Projekt“ der Europäischen Union und das Bundesverdienstkreuz für die Initiatorin 2011.

Das Interesse war groß: 54 Kinder der Jahrgangsstufe 5 meldeten sich zu diesem freiwilligen Projekttag an, der sich nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum Biologieunterricht versteht. So fand in zwei kleinen Gruppen unter weiblicher Leitung die „Zyklus-Show“ statt, wie sich der Workshop für die Mädchen nennt. Die beiden von männlichen Referenten geleiteten Jungen-Workshops dagegen hatten den Titel „Agenten auf dem Weg“. Dabei wurden die Kinder auf eine Entdeckungsreise durch den weiblichen bzw. männlichen Körper geschickt und erlebten die Vorgänge rund um Pubertät, Zyklusgeschehen, Fruchtbarkeit und die Entstehung neuen Lebens altersgerecht und liebevoll im geschützten Rahmen. In den Workshops wurde besonders auf eine wertschätzende Sprache, farbenfrohe Materialien, Musik und Spiele gesetzt.

„Ich hatte schon viel Positives über dieses MFM-Projekt gehört und bin sehr froh, dass wir es mit Unterstützung des Fördervereins nun an das Geschwister-Scholl-Gymnasium holen konnten“, erzählt Ulrike Felbick, Biologielehrerin und Beauftragte für Gesundheit und Prävention an der Schule. „Bei der Sexualerziehung im Unterricht steht die Vermittlung von Fakten im Vordergrund, das Curriculum setzt uns unter Zeitdruck und wir haben kaum die Möglichkeit, uns in kleinen, geschlechtsgetrennten Gruppen so intensiv mit diesen Themen zu beschäftigen. Hier werden neben der Wissensvermittlung auch Herz und Emotionen angesprochen und das Staunen über das Wunder des eigenen Körpers neu gelernt.“

Die Kinder selbst hatten die Möglichkeit, den Referenten nach dem Projekttag anonym und schriftlich Feedback zu geben. Dieses fiel sehr positiv aus: „Mir hat gut gefallen, dass ich nun verstehe, was in meinem Körper vor sich geht“, „Die Reise der Spermien fand ich spannend“, „Nun habe ich keine Angst mehr vor meiner ersten Blutung“, „Ich weiß nun, dass der Weißfluss nichts Schlimmes ist“ – so lauteten einige der Äußerungen.

Von Seiten der Elternschaft, der einige Wochen zuvor in einem 90minütigen Vortrag die Inhalte der Workshops vorgestellt wurden, kamen ebenfalls viele positive Rückmeldungen. So hofft Cornelia Büning, Leiterin der Erprobungsstufe am GSG, dass dieses Projekt auch im nächsten Jahr wieder vom Förderverein unterstützt und angeboten werden kann.

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