70 Jahre nach Kriegsende und der Befreiung Deutschlands von der Terrorherrschaft

Kreis Unna. 7. Mai 1945, in Reims (Nordfrankreich). Der Führer-Nachfolger Admiral Karl Dönitz und Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnen die bedingungslose Kapitulation. Einen Führer gibt’s nicht mehr, dem fast jeder Mensch in Deutschland zuvor bedingungslos folgte, der hatte sich bereits selbstmordend verabschiedet. Einen Tag später schließt sich der zackige Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel formvollendet in Berlin-Karlshorst mit seiner ratifizierenden Unterschrift an. Der 2. Weltkrieg ist offiziell beendet.

70 Jahre ist das nun her. 70 Jahre, in denen manche nie lernten, dass Deutschland über ganz Europa Verheerungen brachte, aus denen nur Wunder nationale Nachbarschaften, ja Freundschaften erwachsen lassen würden. 70 Jahre, in denen manche nie lernten, dass ihr beflecktes Land den Krieg zwar begonnen, aber ihn nicht verloren hatten, sondern befreit wurden. 70 Jahre, die bei manchen nicht ausreichten, um zur Erkenntnis zu gelangen, dass nationale Hybris – gleich auf welcher Ebene man sie zeigt – Unfrieden stiftet und gefährliche Zwietracht säht.

Kurz: Auch 70 Jahre nach der Befreiung ist es in unserem Land noch möglich, dass man sich besser sieht als man ist, besser aufführt, weil man glaubt alles besser zu können, jeden besser belehrt, weil man die stärkere Wirtschaft hat und alte Schulden aus der Zeit vor 1945 nicht bezahlt, weil man sich geschickt davor drückt. Und 70 Jahre danach gibt es sie immer noch: Die, die glauben muskelbepackt jedem Konflikt mit mäßig ausgeprägter Diplomatie begegnen zu können.

Der beginnende Mai lädt also zum Gedenken ein. Viele tun das, manche nicht, manche krähen nach dem Vergessen und dass es ja mal genug sein muss. Und manche fragen tatsächlich allen Ernstes, ob Bundespräsident Joachim Gauck noch deutsche Interessen vertritt, wenn er Nachdenklichkeit fordert bei der Diskussion um  mögliche Reparationszahlungen an Griechenland. Manche spinnen eben total. Schließlich sind wir schon lange wieder wer – und 1954 bereits wieder Fußballweltmeister geworden.

Wie auch immer. Die SPD im Kreis Unna ruft in diesen Tagen auf, sich an den 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus ins Dedächtnis zu rufen:

„Mit einer Kranzniederlegung erinnert die SPD im Kreis Unna gemeinsam mit der SPD Bönen am Freitag, den 8. Mai 2015 um 18 Uhr am Mahnmal der Kriegsgräber auf dem Friedhof Altenbögge in Bönen an den 70. Jahrestag des Kriegsendes.

,Der 8. Mai steht nicht nur für das Ende des Zweiten Weltkrieges, sondern auch für die Befreiung von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. In dieser Befreiung liegt zugleich unsere Verantwortung – die Verantwortung des: Nie Wieder!

Wir müssen die Erinnerung wach halten als Mahnung an zukünftige Generationen. Nie wieder dürfen Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft Platz finden‘,  fordert der SPD-Unterbezirksvorsitzende Oliver Kaczmarek.“

Redner in Bönen sind:

  • Rainer Eßkuchen, Bürgermeister der Stadt Bönen
  • Oliver Kaczmarek, SPD-Unterbezirksvorsitzender
  • Robert Eisler, SPD Bönen

Die Aufrufe der anderen demokratischen Parteien kommen sicher morgen im Laufe des Tages.

Beitragsbild: Generalfeldmarschal Wilhelm Keitel unterzeichnet in der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte. – Foto: „Wilhelm Keitel Kapitulation“ von Lt. Moore (US Army) – National Archives and Records Administration: http://www.archives.gov/research/military/ww2/photos/ (photo no. 193), direct link: http://www.archives.gov/research/ww2/photos/images/ww2-193.jpg, SC 202692, Credit NARA.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wilhelm_Keitel_Kapitulation.jpg#/media/File:Wilhelm_Keitel_Kapitulation.jpg

 

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