Daily Soap oder Neues aus der Anstalt (IV): Nun hat Christoph enthüllt, dass es eine Akte T. gibt

Unna. Pirat Christoph Tetzner ist nicht nur ein navigationskundiger Steuermann, ist er mal landgängig, verfügt er offenbar über den wachen Spürsinn eines kariert bekappten Briten namens Sherlock. Und die täglich gewonnenen Erkenntnisse übermittelt er postwendend an die Letztinstanz der aufmerksamen Presse, damit die etwas zu berichten hat, was mit seiner Person in Verbindung steht. Im aktuellen Augenblick wirkt das aber allerdings eher glossierend denn berichtend, was dem regelmäßigen Bulletin zu entnehmen ist.

Gut, dass der Freibeuter Christoph T. vermutlich nicht die Welle der Willkommensherzlichkeit abreiten muss, wenn er an manche Zimmertüre im Rathaus klopft, ist nicht gar so überraschend. Rechtsstreitigkeiten mit dem Arbeitgeber fördern bei Angestellten nicht die Kommunikationsfreudigkeit, die über das professionell notwendige und vorschiftsmäßige Maß hinaus geht. Aber auf welchem Weg auch immer: Christoph Tetzner eruierte nun, dass es wohl auf der Ebene der kommunalen Rechtsabteilung eine Akte gibt, knallrot eingefärbt (schreibt der Hellweger Anzeiger), die sich ausschließlich mit seiner Person beschäftigen soll. Unter anderem sei darin ein „personenbezogener Pressespiegel“ (Glosse Hellweger Anzeiger) angesammelt worden.

„Personenbezogen“ hört sich schon mal ganz spannend an. So als habe wer, schwer subversiv, Diskretes in seine Datensammlung einverleibt. Dass ein Pressespiegel Christoph T. üppig ausfallen dürfte, versteht sich bei dessen Schlagzahl von selbst. Ganz nach dem Motto: Werde ich nicht entdeckt, dann mache ich auf mich aufmerksam.

Nun, anscheinend wurde das in Teilen des Rathauses erhört. Es gibt also – wenn das alles so Fakt sein sollte – ein „Akte T.“. Immerhin ist das besser als eine „Akte X“, in der ausschließlich Merkwürdigkeiten aus den Sphären der Übersinnlichkeit oder der Einwirkungen von Außerirdischen gesammelt wurden.

 

2 comments for “Daily Soap oder Neues aus der Anstalt (IV): Nun hat Christoph enthüllt, dass es eine Akte T. gibt

  1. H. Wagner
    5. Mai 2015 at 23:14

    Schön, dass ein ehemaliger Journalist einer Zeitung, die nicht mehr existiert, ausgiebig in den „Konkurrenzmedien“ und Onlinemedien der roten eingekauften Presse liest und dies in Bildjournalistischer Weise „aufbereitet“ :-))))

    • 6. Mai 2015 at 09:41

      Hallo, Herr Wagner. Und genauso schön ist es, dass da offenbar Menschen das auch noch lesen. Schönen Tag, Rudi Bernhardt. Allerdings grüble ich noch, wo denn die „rote eingekaufte Presse“ erschiene. Ich studiere allenfalls den Hellweger Anzeiger, und der ist nachweislich weder rot noch eingekauft.

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