Giuseppe Paulicelli ist tot: Einer der Väter der Festa italiana konnte die 30-Jahr-Feier in Unna nicht miterleben

Unna. Ein alter Freund der Stadt ist gestorben. Giuseppe Paulicelli, der Unna wie kein anderer verstand, zu jeder Festa italiana leuchten zu lassen, lebt nicht mehr. Am Mittwochmorgen (22. April 2015) erreichte die traurige Nachricht seine Unnaer Freunde und Partner während einer jahrzehntelangen Zusammenarbeit, dass er nach langer schwerer Erkrankung in der Nacht zu Mittwoch gestorben ist.

Giuseppe Paulicelli war im wahren Wortsinne ein Mann der ersten Stunde bei den schon lange weithin berühmten Lichtspielen, den größten diesseits der Alpen. Im Jahresprogramm seines im Laufe der Jahre immer größer werdenden Familienunternehmens in Bari nahm Unna alle zwei Jahre einen zementierten Platz ein. So etwa zwischen Engagements in Canada und der Türkei war Unna die wichtigste Adresse. Giuseppe Paulicelli hat 1985 das erste italienische Fest auf dem Unnaer Marktplatz illuminiert und seine Firma zeichnet bis heute für Lichtgestaltung der Festa Italiana verantwortlich.

Na, schöner kann man es doch wohl nicht sagen. Auch die Gäste aus Italien waren immer hellauf begeistert.

Na, schöner kann man es doch wohl nicht sagen. Auch die Gäste aus Italien waren immer hellauf begeistert.

1985 staunte jeder und jede, die Wochen vor der ersten festa durch die Stadt spazierten, über Artisten in Unna. Sie riefen sich fröhliche Kommandos in fremden Zungen entgegen, balancierten auf meterhohen Holzleitern über Markt und Bahnhofstraße, drillten flott Draht zusammen, um die später bunten Beleuchtungsbögen ans Mauerwerk der historischen Fassaden zu befestigen. Der Bauaufsicht im Rathaus wurde schier übel, angesichts der süditalienischen Improvisationskünste. Aber der damalige Kulturdezernent Axel Sedlack und Unnas italophiler Stadtdirektor Klaus Dunker schlossen entschlossen die Augen, horchten auf Domenico Peloso, wenn die Frage gestellt wurde: „Und was ist, wenn die Feuerwehr da durch muss?“ Nicos Antwort war stets: „Dann farre die das eben um!“

So gelang es mit Giuseppes Fachleuten auf langen Leitern, verwalterischer Großzügigkeit und der Unnaern eigenen Freude am Feiern, die Premiere der „U(N)na Festa Italiana“ über die Bühne einer bunten Innenstadt zu bringen. Und das gelang dann alle zwei Jahre im Rhythmus drei Jahrzehnte am Stück immer wieder neu. Das einzige, was sich in dieser Zeit änderte, waren des Ideenspenders (Domenico Peloso) Bauchumfang, war die zunehmende Strenge der baurechtlichen Interpretationsbandbreite, der anschwellende Organisationsaufwand des Stadtmarketings und die ständig wachsende Professionalität von Giuseppe Paulicellis Mannschaft.

Die Arbeiten der Paulicellis wurden im Laufe der vielen Jahre immer professioneller. Man sieht's beispielsweise an Befestigungen, die jeder baurechtlichen Überprüfung von heute standhalten würden.

Die Arbeiten der Paulicellis wurden im Laufe der vielen Jahre immer professioneller. Man sieht’s beispielsweise an Befestigungen, die jeder baurechtlichen Überprüfung von heute standhalten würden.

Die hatten am Ende keine Leitern mehr, sondern ließen sich von Hubwagen gänzlich sicher nach oben hieven. Sie schraubten nicht mehr millionenfach Glühlämpchen in die bunten Bögen, sondern reisten mit LED-Material an. Und wenn die Feuerwehr mal in der Not eine Konstruktion hätte umfahren müssen, dann wäre der Sachschaden enorm ausgefallen. Aber davor schützten sich alle Beteiligten durch ausgiebige vorgeschaltete Testfahrten. Die Konstanten aber blieben Giuseppe Paulicellis Team, Domenico Peloso und die Tatsache, dass Unna eines der schönsten und publikumsstärksten Feste für die Region anbieten konnte.

Noch 2013 hatten Giuseppe und Domenico Paulicelli, Vater und Sohn, gemeinsam die umfangreiche Beleuchtung geplant. Giuseppes Wunsch, Unna im 30. Jahr der Zusammenarbeit noch einmal zu besuchen, konnte sich leider nicht erfüllen. Die Geschichte der Unnaer Festa Italiana schreibt nun die nächste Generation der „Paulicelli Illuminati“ fort. Zusammen mit den vielen Menschen in Unna, die ihre Freunde aus Bari immer wieder gern begrüßen.

Beitragsbild: Kunstwerke wie diese schuf Giuseppe Paulicelli noch 2013 für die Festa in Unna. Seine Familie wird die Tradition fortsetzen. – Foto: Wolfgang Barrenbrügge

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