Parteichef Gerd Meyer wedelt im WDR frühzeitig mit der weißen Fahne: „Unna hat wohl nur eine Wahl: Werner Kolter”

CDU-Vorsitzender Gerd Meyer. - Foto: CDU

CDU-Vorsitzender Gerd Meyer. – Foto: CDU

Wenn da mal nicht die Verlockungen eines Mikrofons überregional verbreitender Leitmedien über die sorgsame Disziplin eines örtlichen Parteivorsitzenden herrschte: Gerhard Meyer, der Stadtverbandschef der Unnaer CDU, ließ in einem Gespräch, das er mit WDR-Redakteur Kay Bandermann in der Lokalzeit führte, seine Mitglieder daheim wissen, dass er als Partei-Trainer mit Handtüchern um sich wirft. Es sei denn, in drei Tagen am Freitag – 24. April 2015 – beschlösse die Basis andere Wege. Er, Gerd Meyer, sehe indes keine Chance für einen CDU-Bewerber um das Bürgermeisteramt in Unna. “Unna hat wohl nur eine Wahl: Werner Kolter”, so wird Gerd Meyer zitiert. Gegen Werner Kolter sei kein Kraut gewachsen.

Das wird Basis erweckend wirken. Schon kurz nach Bekanntwerden der Meyer’schen Einstellung grummelten erste Stimmen aus der Christdemokratie: Warum denn dann noch lokale Parteitage? Wenn der Chef schon aufgibt, wird ein Ziel in weite Ferne gerückt: eine selbstbewusste Herausforderung der SPD und ihres Kandidaten. Und schnell erinnern sich manche, dass der Vorsitzende seinerzeit gar nicht damit einverstanden war, dass der CDU-Fraktionschef vor ein paar Monaten sich als Kolter-Fan outete.

Die Ortsunion Königsborn, Gerd Meyers Heimspielorganisation, stimmte als erste darüber ab, ob die Christdemokratie mit einem eigenen Bewerber in Feld ziehen wolle. Sie sagte ein klares Nein. Dem folgten die Ostgebiete und der südliche Stadtbereich. Allerdings Oberstadt und Massen waren dann wieder für einen eigenen Kandidaten, was den Stadtverbandsparteitag erst notwendig machte. Und nun, kurz vor Ultimo resignative Worte aus der Chefebene.

Klar, ich schrieb es schon einmal: In der CDU will sich niemand, der aussichtsreich nach oben strebt, bei dieser Wahl „verbrennen“ lassen. Klar ist aber auch: Wenn der Vorsitzende der Oberstadt, Carsten Morgenthal, sich das Votum der eigenen Parteigliederung zu eigen macht, wird es ihm schwer fallen, im Ernstfall abzuwehren, wenn die Partei ihn auf den Schild heben würde. Nicht viel anders wäre es mit einem hausgemachten Favoriten aus Massen. Also dürften alle Aufstrebenden hoffen, dass der Parteitag gemäß den Sorgen des Parteichefs ausgerichtet sein wird.

Es sei denn, die vielbeschworene Basis macht sich einfach selbstständig und sagt der Partei, dass sie nun im Obligo sei: Und ernsthaft auf die Suche nach einem oder einer Herausforderer/in gehen muss. Also ich bin ehrlich gespannt auf den Freitag und seine christdemokratischen Entscheidungen.

Beitragsbild: Carsten Morgenthals (Mitte) CDU-Oberstadt stimmte deutlich für einen eigenen Herausforderer der Stadtpartei und machte damit den Stadtverbandsparteitag erst nötig. – Foto: CDU

 

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