Mahnmal Bittermark

Nur dieser Grund, sonst nichts

Wenn wir jetzt untergehen

geht ihr mit. Frag nicht nach

Sinn, es gibt ihn nicht

 

Zwei Monate vor Kriegsende

haben sie begonnen, sie

einzusammeln, alle, die

kämpften gegen sie

 

Kommunisten, Sozis, alle

die den Mut hatten

nicht mitzumachen

bei Verbrechen und Mord

 

Und am Karfreitag im April

als jeden Tag, nein, jede

Stunde amerikanische Panzer

kommen konnten, haben sie sie

 

liquidiert im Wald der Bittermark

dreihundert Menschen. Bevor wir

untergehen in den nächsten Stunden

geht ihr voraus

 

Dreihundert Menschen, Zwangsarbeiter

darunter, die niemand kannte

von deren Ende niemals

ein Angehöriger erfuhr

 

Heinrich Czerkus aber war bekannt, war

Platzwart bei Borussia,  Stadtrat für die

KPD, er nutzte die Adrema des Vereins

um Flugblätter zu drucken

 

Gegen die Verbrecher, den Borussia

nach dem Willen der Mörder

entlassen sollte, was

der Verein nicht tat

 

Auch Martha Gillesen wurde erschossen

sie, die viele versteckte, Juden

Kommunisten, darunter Lotte Temming

die beides war, Jüdin und Kommunist

 

Doppelt verfolgt, die überlebte und die

du kennenlerntest, weil sie Gedichte schrieb

Sie dürfen nicht vergessen werden, nicht

Lotte Temming, nicht ihre Gedichte

 

Nicht Martha Gillesen, die sie

rettete, nicht all die

andern, deren Namen

niemand mehr kennt

 

Ein Mahnmal, düster

unheroisch, die Opfer im Relief

mit leidendem Gesicht

sie sind uns nah wie jener

 

Der auch Karfreitag starb, gefoltert

und getötet von jenen, die

maschinengleich nur Waffe sind

gesichtslos Waffe und sonst nichts

 

Und die nicht Recht behielten

Befreier kamen, Ostern

kam, wofür sie starben

lebte fort

 

Setz dich auf eine Bank, schau

auf das Mahnmal Bittermark

es ist ein stiller Ort, der dich

bedrückt und dich befreit

 

Heinrich Peuckmann, geb. 1949 in Kamen. Besuch des Aufbaugymnasiums in Unna, Abitur 1968. Viele Jahre lang Lehrer am Gymnasium in Bergkamen. Daneben rege Schreibtätigkeit. Inzwischen fast 50 Einzelpublikationen: Romane, Erzähl- und Gedichtbände, Kinder- und Jugendbücher. Zuletzt erschienen der Ruhrgebietsroman „Saitenwechsel“ und der Krimi „Angonoka“, der sich mit den üblen Machenschaften der Tiermafia auseinandersetzt. Peuckmann hat auch einen Roman geschrieben, der in Unna spielt, weil er sich dieser Stadt sein Schulzeiten verbunden fühlt. „Heimkehr“ heißt der Roman, der einen Soziologieprofessor für einen Vortrag nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt Unna führt, wo er ermordet wird. Gelegentlich fliegt Peuckmann nach China und hält an Universitäten in Shanghai und Xi´an Vorträge über deutsche Literatur vor chinesischen Germanistikstudenten. Inzwischen kennt er sich dort so gut aus, dass er über China geschrieben hat, unter anderem den Liebesroman „Rückkehr nach Shanghai“. Peuckmann ist Mitglied im Schriftstellerverband, in der Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ und im PEN-Zentrum Deutschland, in dem er vor einem Jahr ins Präsidium gewählt wurde.

Heinrich Peuckmann, geb. 1949 in Kamen. Besuch des Aufbaugymnasiums in Unna, Abitur 1968. Viele Jahre lang Lehrer am Gymnasium in Bergkamen. Daneben rege Schreibtätigkeit. Inzwischen fast 50 Einzelpublikationen: Romane, Erzähl- und Gedichtbände, Kinder- und Jugendbücher. Zuletzt erschienen der Ruhrgebietsroman „Saitenwechsel“ und der Krimi „Angonoka“, der sich mit den üblen Machenschaften der Tiermafia auseinandersetzt. Peuckmann hat auch einen Roman geschrieben, der in Unna spielt, weil er sich dieser Stadt sein Schulzeiten verbunden fühlt. „Heimkehr“ heißt der Roman, der einen Soziologieprofessor für einen Vortrag nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt Unna führt, wo er ermordet wird. Gelegentlich fliegt Peuckmann nach China und hält an Universitäten in Shanghai und Xi´an Vorträge über deutsche Literatur vor chinesischen Germanistikstudenten. Inzwischen kennt er sich dort so gut aus, dass er über China geschrieben hat, unter anderem den Liebesroman „Rückkehr nach Shanghai“.
Peuckmann ist Mitglied im Schriftstellerverband, in der Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ und im PEN-Zentrum Deutschland, in dem er vor einem Jahr ins Präsidium gewählt wurde.

 

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