Aluwerk: Vorstand Volker Findeisen legt sein Amt nieder, Thomas Wiese kehrt in den Chefsessel zurück

Unna. Thomas Wiese ist wieder an der Vorstandsspitze des Aluminiumwerkes Unna. Volker Findeisen, der diesen Posten 4 Jahre lang bekleidete (13 Jahre im Vorstand arbeitete), verließ überraschend das Unternehmen. Der erfolgreiche Manager zog nach eigenem Bekunden damit eine Konsequenz aus der Tatsache, dass der Jahresgewinn nach Steuern 2914 bei 1,5 Millionen Euro lag. „Nicht annähernd das, was die Aktionäre erwartet hatten“, wie er selbst gegenüber dem Hellweger Anzeiger einräumte.

Rückblende: Januar 2000, Thomas Wiese, damals Betriebsratsvorsitzender des Werkes, kaufte für eine DM (Deutsche Mark, Vorgängerin des €) das Unternehmen, in dem er beschäftigt war. Anderen Konsequenzen, wie dem Verkauf der ehemaligen Leichtmetall- und Messingwerkes Unna AG durch die Austria Metall AG (AMAG) an Dritte, kam er damit zuvor. Ein schier abenteuerlich anmutender Schritt. Aber gemeinsam mit dem damaligen Vorstand Dr. Rolf Kottmann gelang es dem seinerzeit 33 Jahre zählenden Jung-Unternehmer sein Werk mit Hilfe der Miteigentümer, der Belegschaft, langsam aber stetig in die Erfolgsspur zu lenken.

Ein Modell, das bundesweites Aufsehen erregte. Ein Modell, dessen Wege hin zum Zustandkommen immer wieder nachgefragt wurden. Es war nichts anderes als „Produktionsmittel in Arbeitnehmerhand“ – und ein lebender Beweis, dass solche Modelle funktionieren, wenn alle Rädchen ineinander passen. Rolf Kottmann holte kurz nach dem Neustart Volker Findeisen wieder zurück, der das Aluwerk zuvor verlassen hatte. Eigentümer Thomas Wiese und die beiden Manager sorgten nicht nur für jede Menge Staunen in der hart umkämpften Branche, sie hielten bis zu Rolf Kottmanns Ausscheiden als Erfolgstrio das Unternehmen in der Spur nach oben.

Später war’s dann nur noch ein Duo, weil Dr. Kottmann neue Wege ging und das Aluwerk verließ. Volker Findeisen blieb und der wirtschaftliche Erfolg ebenfalls. Immer wieder war er in der Stadt anzutreffen, stets sah man ihn auch hin zum Public Viewing zu eilen, wenn der Fußball-Fan das Nationalteam fernunterstützen wollte. Nun plant Volker Findeisen neue Herausforderungen, geht nach 18 Gesamtjahren beim Aluwerk. Thomas Wiese wurde zum Vorstand bestimmt. Seine Ehefrau Irene folgt ihm auf dem Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden, den ihr Mann 2011 übernahm und deshalb seine Position als Vorstand niederlegte. Zugunsten von Volker Findeisen.

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