„OZ“ das Musical begeistert sein Publikum: Es ist ein Produkt der Unnaer Soziokultur

Unna. „OZ“, das Musical der „Freien Wildbahn“, hatte im Kühlschiff des Kulturzentrum Lindenbrauerei Premiere. Christiane Kopka, mit der ich mal in einer WR-Redaktion arbeiten durfte (ein gewisser FC Köln-Fan namens Kowi war auch dabei) und André Decker, künstlerischer Dirigent des „Narrenschiffs“, haben da offenbar ein beinahe überwältigendes Produkt auf die Bretter gebracht. Schon zur Hauptprobe reiste ein Team des WDR an, um für einen Beitrag im Dortmunder Fenster zu filmen. Die Premiere war offenbar noch besser. Liest man von ersten Reaktionen.

„Meine liebe Frau Kopka,
Mein lieber Herr Decker,
da wälze ich jetzt schon den ganzen Vormittag im Lexikon der deutschen Superlative – 28. Auflage aus dem Jahr 2015 – und was soll ich sagen?! Ich finde nichts besseres als ein bescheidenes, aber tief empfundenes: Danke!
Ohne Euer ,OZ‘ würde etwas fehlen.“

Michael Sacher, Ratsmitglied der Grünen in Unna, findet, was ihm selten geschieht, ganz offensichtlich nur andeutungsweise die treffenden Wortskizzen. Aber seine Begeisterung ist erkennbar echt.

„Was die ,Freie Wildbahn‘ hier auf Unnas Bühne gezaubert hat, hat mich schlicht begeistert. Und nicht nur mich. Selten habe ich es erlebt, dass es Publikum beim Schlussapplaus so schnell von den Stühlen reißt. Für zwei Zugaben hat das Ensemble die Bühne in einen brodelnden Quell der Lebensfreude verwandelt.“

Martin Kesper, Fotograf und Blogger, hat sich auf seiner Seite lange mit diesem Meisterwerk der „Freien Wildbahn“ auseinander gesetzt. Ich würde ja gern alles an Überschäumendem, was er dazu schreibt, zitieren. Aber das kann man ja bei ihm nachlesen. Nur dem Link bei Martin Kesper folgen.

Regina Ranft, Geschäftsführerin der Lindenbrauerei: „Das Kulturzentrum Lindenbrauerei ist stolz und glücklich, dieses großartige Projekt beherbergen, unterstützen und veranstalten zu dürfen! Das was die Projektgruppe Freie Wildbahn da macht, ist echte Soziokultur! Dafür gibt’s schlussendlich die Lindenbrauerei!!! Wir freuen uns schon auf das nächste Projekt.“

Nur mal am Rande: Das ist nicht zuletzt integraler Teil der für Unna sprezifischen Soziokultur. Sie hat weder etwas mit „immer Kosten frei“, wie manche meinen, noch mit spartenrechnenden Beharrlichkeiten zu tun. Sie ist Ausdruck von Menschen, die sich ausdrücken wollen, die zeigen, dass sie sich auszudrücken verstehen, die dem auch Ausdruck verleihen. Menschen, die Kultur richtig verstanden haben, als die „Summe aller gesellschaftlichen und für die Individual-Teile einer jeden Gesellschaft wesentlichen Lebensäußerungen“. Und diese Stadt hat allerlei Podien geschaffen, dass sie sich hörbar machen können.

„OZ“ und viele, viele andere Wortmeldungen lebendiger Stadt-Kultur, die in Unna ins Leben traten und von Unnaern erzeugt wurden, sie sind ohne das Konzept Lindenbrauerei nicht so möglich gewesen wie sie wurden. Folgerichtig wäre: Dass alle, die sich um die Unnaer Kultur zu kümmern vorgeben, solche Ereignisse besuchen und zeigen, dass sie unterstützen, was in dieser Kreativ-Zentrale (und Unna hat einige von dieser Qualität, die Gleichbehandlung wünschenswert machen) entsteht.

Beitragsbild: Kim Schütt als Strohmann, Natalie Smykala als Dorothy, Jannis Küster als Blechmann und Jonas Pieper als Löwe. – Foto: Theater Narrenschiff

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