Carlernst Kürten und Freunde: Eine große Ausstellung in der alten Schule an der Hammer Straße

Unna. Lebendiges Kürten-Haus: Am Sonntag, 22. März um 11.30 Uhr wird die zweite Ausstellungsstation der Reihe „Hellweg Konkret“ in der Carlernst Kürten-Stiftung der Kreisstadt Unna eröffnet. 

Infos zur Carlernst Kürten-Stiftung finden Sie im Internet auf dieser Seite: http://www.unna.de/kreisstadt+unna/kreisstadt-unna/kultur-und-geschichte/kultur/carlernst-kuerten-stiftung/

Zur Ausstellung:

Im Rahmen der mehrteiligen Präsentation des konkreten Kunstschaffens in der Hellwegregion stellt diese Ausstellung das künstlerische Schaffen des Bildhauers Carlernst Kürten (1921-2000) in den Mittelpunkt. Das Atelier des Künstlers, in der ländlichen Abgeschiedenheit zwischen Unna und Bönen gelegen, wird heute von der Carlernst Kürten-Stiftung als Ausstellungsraum genutzt. Neben ausgewählten Arbeiten Carlernst Kürtens werden dort nun Werke der Künstlerkollegen Erich Lütkenhaus (1924 bis 2010) aus Hamm und K.G. Schmidt (1914 bis 1987) aus Bad Sassendorf gezeigt, mit denen Kürten eine langjährige Freundschaft verband. In der Gegenüberstellung werden sowohl Gemeinsamkeiten als auch individuelle Ausformulierungen ihrer auf konkreten Gestaltungsprinzipien basierenden Kunstauffassung offenbar. Dabei wird die überraschende Bandbreite des konkreten Kunstschaffens in der Region exemplarisch vorgestellt. Eine Katalogpublikation begleitet die Ausstellung.

Ausgehend von grundlegenden geometrischen Form-Modulen schuf der Waltroper Carlernst Kürten seit Ende der 1960-er Jahre Edelstahlskulpturen, die sich vor allem durch ihre Glätte, Präzision und maßvolle Harmonie auszeichnen. Die Fülle der räumlichen Wirkungen erwächst dabei aus der konsequenten Vereinfachung der Form. Sein Selbstverständnis als Künstler überschritt indes die Grenzen zur Architektur und zur Freiraumgestaltung. So finden sich zahlreiche Skulpturen im Außenraum an öffentlichen Plätzen in der Region und darüber hinaus. Vor allem die interaktiven Skulpturen von Carlernst Kürten basieren auf einem Demokratieverständnis, das von Teilhabe und Mitbestimmung ausgeht.

K.G. Schmidt, der in der Nachkriegszeit von Dresden nach Westfalen kam, war zunächst im Informellen beheimatet, bevor er sich mehr und mehr einer abstrakt-geometrischen Formensprache zuwandte. In seinen Bildwerken erprobt er immer neue Konstellationen von Farben und Formen, die aus der Fläche heraus eine dezidiert räumliche Wirkung entfalten. In Unna werden mit den Faltungen Werke aus seiner letzten Schaffensperiode gezeigt.

Der Zeichner, Grafiker und Bildhauer Erich Lütkenhaus aus Hiddingsel ist Konstruktivist und Minimalist gleichermaßen. Sein Werk bedient sich weniger der Farbe als des feinen Strichs und der minimalistischen Intervention. In seinen Skulpturen werden Körper von einfachen kubischen Formen aus natürlichen Werkstoffen mit geometrischen Akzenten meist metallener „Fremdkörper“ kontrastiert. Aus dem spannenden Gegensatz beziehen die Objekte ihren ästhetischen Reiz.

Zur Reihe „Hellweg Konkret“

Das Ausstellungsprojekt „Hellweg Konkret“ macht sich auf die Spur des konkreten Kunstschaffens in der Hellwegregion nach 1945. Die mehrteilige Reihe mit Stationen in Ahlen, Arnsberg, Hamm, Soest und Unna widmet sich einem wichtigen Zweig modernen und zeitgenössischen Kunsthandelns, das im regionalen Fokus bislang nur selten Beachtung gefunden hat. Die Aktualität und Relevanz der Werke regional wirkender Künstler wie Erich Lütkenhaus (1924-2010) und Gerhard Weber (1925-2013) in Hamm, K.G. Schmidt (1914-1987) in Bad Sassendorf, des Briten Gordon F. Turner (1944-1983) in Erwitte sowie Carlernst Kürten (1921-2000) in Unna zeigt sich insbesondere im Dialog mit internationalen Positionen der Gegenwart. Die Ausstellungsreihe findet  an Orten der Hellwegregion statt, wo konkrete Kunst entstanden ist, gesammelt oder vermittelt wird. Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Kunst- und Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen und des Kultursekretariats NRW Gütersloh. Es steht unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten zu Arnsberg, Herr Dr. Gerd Bollermann.

Vom 18.August bis 28. September 2014 fand bereits die erste Ausstellungstation „K.G. Schmidt und Weggefährten“ im Wilhelm-Morgner-Haus in Soest statt.

Projektpartner sind das Kunstmuseum Ahlen, das Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus Soest, die Carlernst Kürten-Stiftung/Kreisstadt Unna, der Freundeskreis Kloster Wedinghausen/Stadt Arnsberg, die Stiftung Konzeptuelle Kunst/Sammlung Schroth Soest, das K. G. Schmidt-Archiv Bad Sassendorf, der Maximilian-Park Hamm, der Hammer Künstlerbund und die Lütkenhaus-Akademie Hamm/Kulturbrücke Hamm-Kaliscz.

Drei Katalogpublikationen widmen sich den jeweiligen künstlerischen Positionen sowie dem Zusammenspiel der Künstler untereinander, auch im Hinblick auf das überregionale und internationale Geschehen. Parallel zu den Ausstellungen bieten museumspädagogische Angebote und ein vielfältiges Rahmenprogramm  Zugänge zum Verständnis der konkreten Kunst.

Pressekontakt Gesamtprojekt:

Susanne Buckesfeld, Kunstmuseum Ahlen, Tel. 0 23 82 / 91 83 35

E-Mail: susanne.buckesfeld@kunstmuseum-ahlen.de

Website: www.hellweg-konkret.de

Beitragsbild: Carlernst Kürtens Werke sein in seiner Wahlheimat Unna allgegenwärtig: Hier die einst ungerechterweise umstrittene Stehle vor dem Rathaus, Mittelpunkt eines beliebten Brunnens. – Foto: Rudi Bernhardt

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