Ja, auch Unna hatte 1916 ein Kriegswahrzeichen

Unna. Im Rahmen der Vortragsreihe zur Sonderaustellung „In der Heimat und an der Front. Unna(er) im Ersten Weltkrieg“ beschäftigt sich Museumsleiterin Dr. Beate Olmer am 11. März um 19 Uhr im Nicolaihaus mit einem weitgehend vergessenen Aspekt der Unnaer Geschichte. Am 30. Januar 1916 weihte die Stadt Unna feierlich ihr Kriegswahrzeichen ein. Gestiftet und angefertigt hatte das Modell eines Geschosses der sogenannten „Dicken Bertha“ auf Bitten des damaligen Unnaer Bürgermeisters die Firma Krupp. Die konstruierte dem Kaiser seinerzeit auch den legendären 42-cm-Gamma-Mörser mit dem Spitznamen „Dicke Bertha“ – Anspielung wahlweise auf Bertha Krupp, Bertha von Suttner oder das B=Bertha aus dem Buchstabieralphabet.

Ausgehend von Wien hatten im Laufe des Jahres 1915 fast alle großen deutschen Städte Kriegswahrzeichen errichtet. Hierbei handelte es sich um hölzerne Figuren, Schilde und andere Objekte, die Stück für Stück durch das Einschlagen von Nägeln mit einem „eisernen Panzer“ versehen wurden. Die Erlöse dieser besonderen Form der Spendensammlung sollten den Hinterbliebenen von Gefallenen zu Gute kommen. Ab August 1915 wurden dann auch gezielt kleinere Kommunen dazu aufgefordert, derartige „eherne Wahrzeichen“ aufzustellen.

Unterstützt durch reichhaltiges Bildmaterial erläutert die Referentin zunächst in einem allgemeinen Teil das Phänomen der Kriegswahrzeichen, bevor sie auf die Situation in Unna eingeht und anhand von Archivmaterial Vorbereitung, Verlauf und Ergebnis der dortigen Aktion darstellt. Da die Kommunen konkrete Ratschläge für Planung und Durchführung der Nagelungen erhalten hatten, steht das Fallbeispiel auch stellvertretend für die Abläufe in anderen Gemeinden.

Der Vortrag findet im Nicolaihaus Unna, Nicolaistraße 3, Unna statt. Die Sonderausstellung im Hellweg-Museum Unna kann noch bis zum 17. Mai 2015 besichtigt werden. Termine für Ausstellungsgespräche können unter 02303-256445 (Hellweg-Museum Unna) vereinbart werden.

Beitragsbild: Die „Dicke Bertha“, so gemütlich wie sie getauft wurde, war sie natürlich nicht. – Foto: aus Wickipedia

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