Was die neue WAZ nicht interessiert (2): Ingo Rous, der mit seinem „Blickwinkel“ manchmal die Aktualität überholt

Schwerte. Ich lernte Ingo Rous kennen, da kannte ich ihn noch gar nicht. Damals kam ein sauguter Knipser zu uns nach Unna. Der hatte allerlei Jobs bereits hinter sich, der hatte auf dem Boulevard gelernt, wie man mit Bildern Geschichten erzählt, und der hatte den Humor, der mich einnahm. Der junge Mann ist ein wenig älter geworden, heißt Karl Dittrich, er wollte sich  nach Ausflügen ins Rheinland heimatlichen Gefilden wieder nähern, er wusste auch wo das „Reich des Wassers“ zu suchen war, er kam eben ursprünglich aus Schwerte.

Dort waren Ingo Rous und er aufeinander getroffen, beruflich wie persönlich. Karl taufte Ingo zärtlich „Bärchen“, der konterte ebenso liebenswert mit „Männlein“. Als Profi-Paar näherten sie sich bald der Perfektion. Rein beruflich trennten sich ihre Wege zwischenzeitlich, so dass heute der Karl ein Unnaer aus Schwerte ist, die Identifikation mit der neuen Heimat so ernst nahm, dass er für die Grünen in den Stadtrat einzog. Ingo Rous hingegen blieb ein Schwerter in Schwerte, blieb so was von heimattreu. Er liebte es einfach, an der Ruhr Zeitung zu machen. Und als es mangels Zeitung auf einmal nicht mehr ging, ihm die WAZ den professionellen Boden entzog, da begann er eben selbst eine zu machen. „Blickwinkel“ nannte er die Schwerter Aktualitäten-Plattform, das Internet nutzte er für deren Verbreitung und Ingo Rous bereicherte die lokale Publizität um einen Faktor, der heute nicht mehr aus Schwerte wegzudenken wäre.

So wie es auch für unseren Ingo gilt. Er ist in Schwerte geboren, befestigt, verwurzelt. Am 24. Juli 1957 begann er seinen Lebensweg, er zählte jugendliche 12 Lenze als ich bei den Ruhrnachrichten mit Malte Markhoff übte (ich übte, Malte lehrte), wie man eine gescheite Zeitung macht. Und heute wohnt er in Ergste, unverrückbar dort verwurzelt. Lokalsport war seine Ursprungsleidenschaft. Ein solcher Redakteur wurde er bei der WR. Allerdings hielten seine weit gestreuten Interessen ihn nicht ewig bei Tabellen und Punkten. Zuletzt gab er erfolgreich den Lokalredakteur. Ingo Rous wurde bis zur endgültigen Schließung der WR Stellvertreter von Theo Körner.

Jeden Mittwoch kloppt er noch Skat im „Haus Schneider“ (hat nix mit dem ehemaligen WR-Chef Hans Schneider zu tun) in Ergste. Vielleicht ja angesteckt durch „Männlein“ Karl Dittrich (einer der begabtesten Fotografen, die ich im Lokalen je erlebte) wurde aus „Bärchen“ Ingo Rous auch ein begeisterter Fotograf, was bis heute so blieb. Er gibt  vielseits begehrte Fotokalender heraus. Und feilt jeden Tag an seinem „Rundblick Schwerte“, dass sein Produkt den ehemaligen Kollegen zeige, wie flotte und aktuelle Berichterstattung geht. „Bärchen“ sind zwar recht gemütlich, aber alles andere als langsam.

Ach, übrigens: Ich nenne den guten Karl Dittrich noch heute „Bärchen“, weil ich einst verwechselt hatte, wer Ingo und ihn wie getauft hatte. Und so wird’s wohl auch bleiben. Und dem Ingo sei gewünscht, dass sein Produkt stets die Nase vorn hat.

Beitragsbild: Ingo Rous, Sportredakteur, Lokalredakteur, Internetredakteur und begeisterter Fotograf. – Foto: Privat

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