Freidenkende Freilistler wissen anscheinend mehr als sie verraten wollen

Unna. “Tatsache ist: Der bewährte Grundschulstandort Nicolaischule soll auf dem Altar der Haushaltssicherung geopfert werden.” Freilistler Klaus Göldner outet sich mit solchen Zitaten als Freidenker. Er und sein Doppelpartner Franz-Josef Klems (die ich beide ungemein schätze) menetekeln an die Backsteinmauern der ehrwürdigen Nicolaischule deren nahendes Ende, nein, das unmittelbar bevorstehende Ende. Fiskalische Denkmuster werden als städtische Begründung für eine solche Maßnahme herangezogen, und damit die Argumente auch den nötigen Fallbeilcharakter bekommen, gibt’s noch einen oben drauf: „Es geht dabei auch nicht um die Suche nach der Lösung, die für unsere Kinder wirklich sinnvoll wäre.” Wie die aussehen könnte, wird nicht verraten. 

Nur komisch, nirgendwo und auf keinem Blatt Papier (nee, auch nicht auf digitalem Verbreitungsweg) habe ich bisher gelesen, dies sei nun beschlossene Sache, oder dass jemand ein unumstößliches Votum „aus internen Kreisen“ hätte zitiert, der Nicolaischule dreue die alsbaldige Vermarktung auf dem sogenannten „freien“ Immobilienparkett.

Da drängt sich schnell die bange Frage auf, wem es wohl nützen könnte, wenn die freidenkenden Freilistler mit derartigen Schreckensmeldungen an die geneigte Öffentlichkeit treten und mit gestählter Brust herumprusten, was für ein toller Grundstücksstandort die Nicolaischule sei, dass es nur um Stützungsverkäufe für die „marode Stadtkasse“ ginge. Kann nur ihnen selbst dienlich sein, schätze ich mal. Wie auch immer das mit der Nicolaischule auch ausgehen mag. Die freidenkenden Freilistler können später sagen, dass sie „es ja schon immer gesagt hätten“ oder dass sie mit ihrem energischen Verbalritt gegen eine imaginäre Phalanx der Vermarkter das „Schlimmste ja verhindert hätten“. Je nach Ausgang der Debatte.

Richtig, es kann nur um Belange von Schülerinnen und Schülern gehen. Richtig, bei Überlegungen in diesem Themenfeld haben finanzielle Konsolidierungsmaßnahmen wenig zu suchen. Und vor allem richtig, Unnas Schulpolitik hat gemeinsam mit einer professionellen Verwaltung immer Wege gefunden, die in eine gute Richtung wiesen. Ausnahme: Das Scheitern der Pläne, in der Stadt ein modernes, auf Inklusion und demografische Entwicklung gewappnetes Grundschulzentrum zu errichten. Wahlen waren zu nahe.

Beitragsbild: Sie mentekeln Schauriges an die Backsteinmauern der Nicolaischule: Klaus Göldner und Franz Josef Klems.

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