Grundschulsituation in Unna-Mitte: Vier Optionen, Verwaltung soll nun Lösung finden

Unna. Die Sitzung des Schulausschusses am 3. Februar 2015 hatte ein zentrales Thema: Dr. Ernst Rösner stellte das Kurzgutachten zum Schulraumbedarf der Grundschulen in Unna-Mitte vor. Bei allenthalben schwindenden Schülerzahlen wird in absehbarer Zeit die eine oder andere Veränderung in Unnas Schullandschaft nicht vermeidbar sein. Die Verwaltung wurde daher beauftragt, auf der Grundlage der Gutachterempfehlungen mit allen Beteiligten nachhaltige Lösungsvorschläge für die Grundschulen in Unna-Mitte zu erarbeiten und dem Schulausschuss dann zur Beratung und Entscheidung vorzulegen.

Diese Handlungsperspektiven destillierte Ernst Rösner aus den Zahlen der zukünftigen Entwicklung: Aus seiner Sicht gibt es für den Schulträger vier Möglichkeiten, das künftige Grundschulangebot in Unna-Mitte zu gestalten. Dabei beschränken sich die Optionen auf die Gemeinschaftsgrundschulen, denn für die Katharinenschule sind keine dringenden Maßnahmen erkennbar.

Beibehaltung des Status quo

Dies liefe darauf hinaus, die Falkschule und die Nicolaischule vorerst unverändert beizubehalten. Damit nähme die Stadt aber in Kauf, dass es einen problematischen Schulraumüberhang an beiden Standorten gibt. Im Fall der Nicolaischule kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass bei signifikanten Abweichungen von den vorausberechneten Schülerzahlen (30 oder mehr Neuaufnahmen) extrem kleine Klassen gebildet werden müssen, auch zum Nachteil anderer Grundschulen. Um dies zu vermeiden, muss der Schulträger eine Umlenkung von Anmeldungen initiieren. Bei Unterschreitung der Mindestschülerzahlen (jetzt 15) droht die Schließung der Schule. Die Aufrechterhaltung des Status quo bedeutet also eine Zukunft mit Ungewissheiten.

Umwandlung der Nicolaischule in einen Teilstandort der Falkschule

Diese Variante ist landesweit stark verbreitet. Sie hält das Angebot einer (zu) kleinen Grundschule zumindest übergangsweise aufrecht. Die Erreichbarkeit von zwei Grundschulen sichert recht kurze Schulwege, und durch die räumliche Nähe beider Schulen ergäben sich gute Voraussetzungen für eine gemeinsame Schulleitung und einen optimierten Lehrereinsatz, etwa in Vertretungsfällen. Nicht lösbar sei allerdings das Problem des überdimensionierten Schulraumbestandes. Hinzu kommen Kosten für die Anmietung der kleinen Sporthalle an der Nicolaischule.

Schließung der Nicolaischule

 

In diesem Fall würde allein die Falkschule das Angebot einer Gemeinschaftsgrundschule in Unna-Mitte bereithalten. Der Schulraumbestand der Falkschule ist allerdings für einen dann dreizügigen Betrieb zu knapp bemessen; hier fehlten Kurzgutachten zum Schulraumbedarf für Grundschulen in Unna-Mitte Seite 16 mindestens zwei Unterrichtsräume und ein Mehrzweckraum. Es käme hinzu, dass zwei Unterrichtsräume in Pavillons untergebracht sind, was nach verbreiteter Auffassung als suboptimale Einrichtung allenfalls befristet zugelassen werden sollte. Weiterhin ist zu beachten, dass der starken Nachfrage nach OGS-Plätzen in den bisherigen eigenständigen Grundschulen auch ein hinreichendes Raumangebot entsprechen muss. Dazu reicht vor allem die Mensa an der Falkschule nicht aus. Schließlich ist bei einem Ausbau der Falkschule zu berücksichtigen, dass die künftige Schule ihrem Inklusionsauftrag gerecht werden müsse. Das läuft auf die Überprüfung der barrierefreien Zugänge hinaus und umfasst auch das Angebot an Kursräumen für Differenzierung. Für den ordnungsmäßen Schulbetrieb einer dreizügigen Falkschule wären also nicht unerhebliche Investitionen erforderlich. Inwieweit noch weitere Kosten bei dem inzwischen 111 Jahre alten Gebäude (z. B. für energetische Sanierung oder Feuerschutzmaßnahmen) anfallen, entzieht sich der Kenntnis des Gutachters. Vorteilhaft für einen Ausbau der Falkschule sind die vorhandenen Grundstücksreserven. Zu überlegen ist auch, ob die früher gepflegte Kooperation mit dem benachbarten Evangelischen Krankenhaus (Mitnutzung der Mensa) wieder aufgenommen und zu einer Kostenreduzierung des Ausbauprojektes führen könnte.

An einen Grundschulneubau, wie hier im benachbarten Bönen, ist in Unna nicht mehr zu denken.

An einen Grundschulneubau, wie hier im benachbarten Bönen, ist in Unna nicht mehr zu denken.

Neubau einer Grundschule

Der Schulträger könnte sich entschließen, die schulräumliche Versorgung in Unna-Mitte durch die Errichtung eines Schulneubaus mit einer Kapazität von mindestens 3 Zügen sicherzustellen. Das liefe auf die Schließung der beiden bestehenden Gemeinschaftsgrundschulen hinaus. Eine Auseinandersetzung mit dieser pädagogisch fraglos attraktiven Lösung setzt voraus, dass entsprechende Mittel bereitgestellt werden könnten. Dies sei jedoch nach Kenntnis des Gutachters nicht möglich, so dass die Neubau-Option hier nicht weiter beschrieben werden sollte.

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