Nun wird’s aber richtig ernst: Definetz, Defikopter und neue Software gehen im Sommer in Schweden in den Dauertest

Der Defikopter bestand nun schon wiederholt Tests und bewies stets seine sichere Einsatzfähigkeit. - Foto: DLR

Der Defikopter bestand nun schon wiederholt Tests und bewies stets seine sichere Einsatzfähigkeit. – Foto: DLR

Bönen/Köln.Das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin ist derzeit mit mehreren europäischen Partnern an der Planung eines Rettungssystems mithilfe eines Multikopters beteiligt: Der Multikopter soll einen Defibrillator in kürzester Zeit an den Ort des kardiologischen Notfalls transportieren und dem Ersthelfer vor Ort zur Verfügung stehen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Ein Defibrillator wird bei lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt.

Und so soll’s gehen: Mit dem Notruf in der Leitstelle wird dort gleichzeitig der Multikopter aktiviert, der alle nötigen Zieldaten lädt und sich auf den Weg macht, um den Defibrillator am Einsatzort abzuwerfen. Die „Schraube“ ist außerdem mit einer Kamera ausgestattet, die dem Operator in der Leitstelle einen exakten Blick auf den Zielort ermöglicht. In Köln fand ein Testflug des Defikopters mit dem Ziel statt, allen beteiligten Partnern die mobilen Möglichkeiten beim Einsatz zu demonstrieren.

Neben dem Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, dem Institut für Flugsystemtechnik und dem Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr des DLR, arbeiten die Firmen HEIGHT TECH GmbH & Co. KG (Hersteller des Kopters), SCHILLER AG (Hersteller des Defibrillators) und Delta Computer Management oHG (Software) sowie das Karolinska Institut (Center for Resuscitation) in Stockholm und der Initiator des Konzepts, der Verein Definetz e.V., an dem Vorhaben. Ebenso bekundete die Rettungsorganisation Schutz & Rettung in der Schweiz Interesse an einer Zusammenarbeit.

Als Modellregion für die erste Testphase wurde ein Gebiet mit 10 km Radius bei Stockholm festgelegt. Im Sommer wird ein Testbetrieb durch die Leitstelle der schwedischen Hauptstadt gestartet. Das Gebiet bietet sich an, da in Schweden bereits seit dem Jahr 2010 ein freiwilliges Ersthelfer-System mit bislang über 13.000 registrierten Nutzern etabliert ist. Wichtigstes Informationselement ist eine Smartphone basierte Anwendung (App). Die Erfahrungen mit der App und dem System sollen um das Rettungssystem Defikopter ergänzt werden.

Die Integration solcher Systeme in den zukünftigen Luftverkehr, neue Anforderungen an die Leitstellen, die aktive Einbindung der Ersthelfer in die Rettungskette und die Fragen bzgl. des Nachweises der Effizienz und Effektivität derartiger Systeme, sind Aufgaben und Ziele des DLR und seiner Partner. Die Projektfinanzierung soll u.a. durch entsprechende EU-Forschungsanträge erfolgen.

Beitragsbild: Die Teilnehmer am bereits dritten Meeting zur Weiterentwicklung des Defikopters stellten sich aus Anlass der Flugdemonstrationen im Januar in Köln dem DLR-Fotografen. Jonathan Schulte, Sebastian Niggemeier, Stephan Horn, Friedrich Nölle, David Fredman, Leonie Hoffmann, Thomas Weber, Joseph Metz, Holger König. Matthias Niggemeier, Rolf Schuler und Sophie Osterberg.(vl) – Fotos: DLR

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