Städte verdienen mehr als eine „GroKo“, sie brauchen Räte, die in demokratischer Gemeinsamkeit Lösungen finden

CDU-Vorsitzender Gerd Meyer. - Foto: CDU

CDU-Vorsitzender Gerd Meyer. – Foto: CDU

Unna. Gerd Meyer, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, hat, folgt man manchen Berichten, beim Neujahrsempfang etwas Lustiges unternommen: Angeblich „kündigte“ er zu diesem Anlass eine „GroKo“ – zu komplett Deutsch – eine Große Koalition an. Vor 300 „Trauzeugen“ reichte er der Unnaer SPD die Hand zum Bunde. So wird berichtet, und zwar in einer Weise, als trüge Gerd Meyers Aussage, oder sollen wir’s Antrag nennen, den grobgewebten Umhang des Sensationellen.

Ist aber nichts Sensationelles dran, nur eines vielleicht: Gerd Meyer hat nichts angekündigt, er bot etwas an. Er stellte für die Zukunft in Aussicht, dass sich die SPD auf eine gedeihliche Zusammenarbeit verlassen könne und die CDU da im Sinne der Stadt zuverlässige Partnerin sei. Weder dienen einer Kommune Große Koalitionen noch tun es Kleine, noch benötigen Städte und Gemeinden Oppositionen, noch haben sie gieriges Verlangen nach Regierungen mit Bürgermeisterämtern in der Rolle eines Kanzlers oder einer Kanzlerin.

Was Kommunen dringend benötigen sind ehrenamtliche, kräftige und parteiorientierte Hände, die am Ende immer gemeinsam voran rudern, wenn es um die Menschen in ihren Städten geht und die Zukunft dieser Städte. Gemeinsam müssen sie der kommunalen Selbstverwaltung eine laute Stimme geben, dass ihre Zukunft gesichert bleibe. Die kann aber nicht auf dem Wege von individuellen Zweckbündnissen verteidigt werden, sondern durch die Verknüpfung aller guten Geister. Und parteigebunden sollen sie durchaus sein, denn dann können sie ihre jeweiligen Abgeordneten stets aufs Neue daran erinnern, dass sie daheim vor Ort gewählt werden.

Und nur mal als unbedeutender Einwurf: Wer auf lange Sicht die Städte und Gemeinden vertrocknen lässt, der trocknet am schlechten Ende sich selbst und die demokratische Kultur aus.

Gerd Meyer menetekelte seine Vorhersage an die Wände des Katharinenhofes: Dem Kreis Unna werde noch in diesem Jahr möglicherweise die zweifelhafte Ehre zuteil, der erste überschuldete Kreis in ganz Deutschland zu werden. Die Gefahr besteht allerdings. Aber nur mal zur Erinnerung: Im höchst gelobten Bayern wäre manche Gebietskörperschaft schon seit Langem in Konkurs, würde sie nach NRW-Vorbild mit der Doppik des NKF bewirtschaftet und nicht kameralistisch, wie die biederen Bajuwaren es noch heute tun. Aber zugegebenermaßen: Auch das Land NRW wäre pleite, verhielte es sich ähnlich generationenkonform wie es seinen Städten und Gemeinden dies abverlangt.

Also, noch einmal: Wer auf der kommunalen Ebene koordiniertes Vorgehen all‘ derer mit bestem Willen fordert, der bewegt sich rhetorisch auf dem Pfad des Selbstverständlichen. Und ich bin da gerne mal die Gebetsmühle: Ein kommunaler Rat ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als der ehrenamtliche Arm der kommunalen Verwaltung.

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