Dietmar Köster: Je suis Charlie! Aber jeder Pegida bleibt ihre Erbärmlichkeit

Revier/Brüssel. „Je suis Charlie!“ Bei der Schweigeminute am Donnerstag im Europäischen Parlament zu dem schrecklichen Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo wurde der Opfer gedacht. „Unsere Trauer gilt den Toten und unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden“, sagt Dietmar Köster.

Er bekräftigt, dass Presse- und Meinungsfreiheit gesellschaftliche Grundrechte sind: „Das bleiben sie weiterhin, daran werden auch Mord und Totschlag nichts ändern. Mir ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu betonen, dass Terror nichts mit Religion zu tun hat.“

Im Zusammenhang mit der Pressfreiheit sei bemerkenswert, so Köster, dass genau die Personen, die zurzeit das Feindbild „Lügenpresse“/“die Systemmedien“ anprangern – Rechtspopulisten und Nazis – , sich medial mit ihren Beurteilungen des Anschlags eifrig zu Wort meldeten, um gegen den Islam im Allgemeinen, „Überfremdung“ und „Multikulti“ zu hetzen. So hat die französische Europa-Abgeordnete des rechtsradikalen Front National Marine Le Pen sogar angeregt, wieder über die Todesstrafe in Frankreich nachzudenken.

Dietmar Köster ist sehr besorgt über rassistische Stimmungsmache, denn sie verbindet sich mit dem Ruf nach Einschränkung unser aller Grundrechte: „Wir müssen uns nun, weit mehr als zuvor, fragen, was gesellschaftlich falsch gelaufen ist, und uns als Politikerinnen und Politiker selbstkritisch hinterfragen. Und wir müssen darauf bestehen, dass Europa ein Europa der Freiheit ist. Daran werden weder Extremisten unter dem Deckmantel des Islams noch deutsche Rechtspopulisten und Pegida-Anhänger etwas ändern.“

Dietmar Köster erinnert an den norwegische Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg, der 2011 nach dem Anschlag von Utøya den bemerkenswerten Satz sagte: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“ Das gelte auch nach den Morden in Paris! „Liberté!“

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