Was die neue WAZ nicht interessiert (1): Carsten Rüssel, der PR mit seiner CR-Agentur macht

Carsten Rüssel - Foto: Johnson Schatz

Carsten Rüssel – Foto: Johnson Schatz

Hagen/Revier. In lockerer Folge will ich mit dieser kleine Reihe ein paar Geschichten erzählen. Geschichten von Menschen, die einst einen wunderschönen Beruf erlernten, Jahre, ja Jahrzehnte lang nachgewiesen hatten, dass sie diesen hervorragend beherrschten. Geschichten von Freunden, die Teile ihres beruflichen Weges mit mir gingen. Und Geschichten über Wendungen, die ihnen weder ein Schicksal noch eine Laune des Luders Leben (ich liebe diese Wendung von Dirk Berger) in die Biografie riss, sondern Fehleinschätzungen dilettantischer Manager und deren Versuch, sich mit dem Hinmeucheln des Traditionstitels „Westfälische Rundschau“ wieder in eine Spur des reinen Geldes zu bugsieren. Sie werden kaum Interesse daran haben, sich darüber zu informieren, wie es mit den früheren Machern des Blattes, dem sie Geist und Inhalt nahmen, weiter ging. Aber vielleicht ja die eine oder der andere derer, denen die Namen noch was sagen. Und vielleicht melden sich ja noch ein paar, die erzählen möchten, wie es bei ihnen weiter ging. Würde mich freuen.

Ich fang‘ mal einfach an – und weil ich ihn bisweilen hier in Hagen treffe, macht Carsten Rüssel den Auftakt. Der war mal ein recht guter Sportredakteur, dessen Sachkenntnis nicht nur entlang von Lenne und Volme geschätzt wurde. Sein Talent fiel damals jemandem auf, den man ohne Übertreibung gern als ultimative Instanz in seinem Job hierzulande angesehen hatte – bis heute: „wiwi“, Willi Wilfried Wittke, der gestern seinen 70. Geburtstag beging, zu dem ihm ein gewisser Franz Beckenbauer sehr warme und persönliche Glückwünsche schrieb. Willi, der Sportchef bei Rundschaus, bestärkte den jungen Mann, dass es gut sei, in die Festanstellung zu wechseln und half auf den ersten Schritten dorthin.

Carsten tat das Beste, er vertraute auf die Erfahrung des legendären Sportverstehers und war bis zum Ende des WR-Daseins ein Pfund u.a. im Hagener und Lüner Lokalsport seiner Zeitung. Prima vernetzt, gut informiert, schlau genug, nicht alles zu veröffentlichen wovon er wusste. Eben einer, der verstand, worum es in diesem Beruf ging: Nicht jede News inkontinent ins Blatt zu pushen, sondern sie so zu nutzen, dass es dem Ganzen Vorteil brachte und nicht der hemmungslosen Eitelkeit des Einzelnen (Da meine ich eitle Tippgeber ebenso mit wie eitle Verfasser.).

Wie viele andere Kolleginnen und Kollegen begann er plötzlich wieder neu zu lernen. Ihm schwebte vor, das, was er kann, auch in der neuen Chance zum Broterwerb zu nutzen. Texte schreiben, für jene, die so gern die Wirkung des Wortes nutzen wollen, das aber nicht können. Unternehmen, Mittelständler, Gastronomen, Hotellerie usw., da müsste doch Kundschaft zu finden sein. Und so begann Carsten Rüssel damit, sein eigenes Gewerbe anzuschieben.

Seit Kurzem hat das nun zum eigenen Webauftritt geführt: CR Textagentur. Schnörkellos, übersichtlich und grafisch gekonnt zeigt cr damit auch gleich, dass er nicht nur Texte bieten kann. Er versteht es zusätzlich, Websites so zu peppen, dass sie neben dem guten Aussehen auch fix gefunden werden, dass ihre Text und Interna voller Keywords stecken, nach denen die Maschinen suchen – Google und so.

Sei es die „Spinne“ (Kultkneipe in Hagens Mitte) mit Vollversorgung Text, Foto, Suchmaschinenoptimierung oder das Planungsbüro Arnold Full, Bovantis Hamburg oder das Hotel Sellin in Rügen, denen verhalf Carsten Rüssel zu vermehrten Clicks. „Klar bin ich noch im Aufbau, aber ein paar erfolgreiche Modelle kann ich schon aufweisen“, erzählt er mir selbstbewusst. Daran hat er ja auch kräftig gearbeitet und dafür gelernt. „Das waren viele Stunden Fort- und Weiterbildung in den Bereichen SEO (suchmaschinen-optimiertes Schreiben), Social Media und Strategische Kommunikation bis ich es anging, die CR-Textagentur zu gründen.“

Wir saßen in der „Spinne“, nippten am Treber und plauderten so angestrengt von guten, besten alten Zeiten, dass wir vom Fußballspiel gerade mal die Torfolge mitbekamen. Ich drücke mal die Daumen, dass noch mancher Kunde Carstens Qualitäten erfährt.

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