CDU fragt ihre Basis: Wer fordert Werner Kolter bei den Bürgermeisterwahlen heraus?

Will Basisentscheid über den Herausforderer von Werner Kolter: CHU-Vorsitzender Gerd Meyer. - Foto: CDU

Will Basisentscheid über den Herausforderer von Werner Kolter: CDU-Vorsitzender Gerd Meyer. – Foto: CDU

Unna. Die CDU hat ihre Basis fest im Blick, wie sich aktuell heraus stellt. Vorsitzender Gerd Meyer unterrichtete alle, die es wissen wollen (oder auch nicht), davon, dass die Mitgliedschaft entscheiden solle, ob jemand aus ihrem Kreise gegen Werner Kolter als Kandidat fürs Bürgermeisteramt ins Feld ziehen mag. Basisentscheid, populärer Kunstgriff, aber so neu nun wirklich nicht.

Als es vor 10 Jahren darum ging, wen Unnas SPD gegen den damaligen CDU-Bürgermeister Volker Weidner aufstellen wolle, da handelten die Medien (seinerzeit gedruckte) eilfertig gleich vier Namen, die angeblich der Sozialdemokratie gut zu Gesichte stünden.Auf eine Entscheidung zwischen zweien sollte es am Ende hinaus laufen. Und so begannen die Mitglieder in den Ortsvereinen (2005 waren es noch neun) zu diskutieren. Moderiert von Wilfried Bartmann (seinerzeit Vize-Bürgermeister) wägten sie in langen abendlichen Diskussionen ab, wem sie am meisten Zutrauen geben wollten, Unna durchs schon erkennbar enge Fahrwasser manövrieren zu können.

Es schälte sich am Ende der Name Werner Kolter heraus, der dann von den Delegierten der Ortsvereine als Kandidat aufgestellt wurde. So viel zur Geschichte.Also, so richtig neu ist der geradezu als plebiszitär gepriesene Weg des Gerd Meyer nicht.

Nun darf die Frage gestattet sein, warum plötzlich dieser Basiskontakt gesucht wird. Als vor fünf Jahren anstand, Werner Porzybot als CDU-Mann gegen Kolter zu stellen, war noch kein Gedanke daran, sich solcher Mühen unterziehen zu wollen. Den gewünschten Erfolg brachte der Schritt damals nicht. Aber Werner Porzybot bewahrte Parteifreunde, die sich irgendwann, nach der Ära Werner Kolter, Chancen auf eine Kandidatur mit Chancen ausrechneten, er bewahrte sie davor, sich einer fulminanten Blamage auszusetzen.

Okay, es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man die CDU-Entscheidung erklären kann.

  1. Unnas Christdemokratie will im Dunkel der Pegidaproteste den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, wie Basis nah sie ist. Netter Versuch, aber nächster Versuch bitte.
  2. Unnas Christdemokratie ist sich in der Führung so uneins darüber, wo ein geeigneter Mann, wo eine geeignete Frau sich zeigen könnte, dass sie Entscheidungen darüber nach unten weiter gibt, damit kein heilloser Streit entsteht oder jahrelang unkittbare Zerwürfnisse.
  3. Unnas Christdemokratie hat keinen, der will, jedenfalls nicht gegen Werner Kolter. Kann ja sein, dass alle, die es könnten (gibt es, doch), erst dann aus der Deckung wollen, wenn sie sich und ihre Kandidatur als „Wende“, als „personellen Aufschwung“ oder „Aufbruch“ verkaufen können.
  4. Unnas Christdemokratie geht auf Nummer sicher. Die Mitglieder entscheiden über die zukünftige Kandidatur. Gerd Meyer, so heißt es im Rundblick Unna, habe angekündigt: „Sollte sich aus der Unnaer CDU indes kein passender Herausforderer für Kolter finden, stellt Meyer einen externen Kandidaten in Aussicht“. Wat nu? Wird jetzt schon angedeutet, dass niemand sich dem Mitgliedervotum stellen wird? Dass die Mitglieder vielleicht ein Votum treffen, aber der Vorstand bestimmt, die gewählte Person nicht zu wollen? Oder gibt es noch eine Variante?
  5. Unnas Christdemokratie muss noch mal aufs Neue versuchen, zu erklären, wohin sie mit ihrem Basisentscheid will. Kann ja sein, dass der so gemeint ist: Die CDU-Mitgliedschaft schlägt dem Vorstand eine Reihe von Kandidaten vor, jeweils bewehrt mit einem Votum und der Vorstand wählt aus den Leuchttürmen der Opposition (gibt’s im Kommunalen gar nicht, aber alle wären es so gern, Regierungspartei noch lieber) den passenden Herausforderer für Werner Kolter.
  6. Es gibt aber auch noch die folgende: Gerd Meyer hat beim liberalen Jahresanfangsvorstellungsgespräch der neuen Vereinsfarben Informationen am Rande fallen gelassen, jemand schnappte auf und in der folgenden Verkürzung der Information durch „stille Post“ kamen alle die Missverständnisse zu Tage, die mir jetzt so einfielen.

Wie dem auch sei: Eine Kernnachricht bleibt – Unnas Christdemokratie ist ganz offenkundig grimmig entschlossen, jemanden als Herausforderung bei den Bürgermeisterwahlen zu präsentieren. Entweder kürt die Basis einen solchen, oder Gerd Meyer findet einen „externen Kandidaten“.

Beitragsbild: Bürgermeister Werner Kolter und 1. Beigeordneter Karl Mölle am Abend der Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Dieses Jahr wird Karl Mölle der Wahlleiter sein. – Foto: Rudi Bernhardt

 

 

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