Altenheim in Gythio: „Gespart, gespart, wie die EU es befahl, aber jetzt ist alles aufgezehrt!“

von Reinhard Jacob, Griechenland
Reinhard Jacob - Foto: Ger-Mani

Reinhard Jacob – Foto: Ger-Mani

Unna/Gythio. Griechenland ist in der Krise, wer weiß das noch nicht. Die Renten sind wieder und wieder gekürzt worden, dass dem Altersheim in Gythio gerade noch soviel Geld bleibt, um dem Personal – auch schon stark dezimiert – das geringe Gehalt zu bezahlen. Das letzte gesparte  Geld ist aufgezehrt, die Speisekammer leer. Die Heimleitung geht davon aus, dass jetzt nur noch ein Wunder die Betreuung der Alten retten kann.

Doch es gibt Freunde in Gythio: Mali Rodemann, die in ihrem deutschen Leben einmal Psychotherapeutin in Berlin war, und die mit ihrem Mann und dem erwachsenen Sohn vor Jahren nach Griechenland gezogen ist. “Schaut doch mal nach, was da los ist“, hatte ein Anderer gesagt, und weil sie sich schon denken konnten, dass es mit dem Schauen nicht allein getan ist, nahmen sie einige Lebensmittel mit hoch ins Altenheim.

“Die Zustände waren unbeschreiblich“, sagte Mali Rodemann, “es fehlte nicht nur am Nötigsten – es fehlte an allem!“ Keine Nahrungsmittel, keine Waschmittel, kein Inkontinenzmaterial, kaum noch Medikamente und die Einrichtung war komplett reif für den Sperrmüll.

Jetzt suchen die Freunde der Alten nach “Paten“, um das Leben der alten Menschen erträglich zu machen und um die Grundversorgung zu gewährleisten. Das können Privatpersonen mit einem finanziellen Beitrag sein, aber auch ähnliche  Einrichtungen aus Ländern,  in denen es finanziell besser aussieht. Gut denkbar ist eine Projektpartnerschaft zu einer Einrichtung mit der gleichen sozialen Aufgabe.

Die “Griechenland Zeitung“ berichtete in ihrer Ausgabe zu 24. Dezember 2014 über diese Not.

Nähere Informationen direkt bei Mali Rodemann in Griechenland, Tel.: 0030 6987 119886 und jolimali@gmx.de oder bei AGIP Unna e.V. Tel. 0030 27330 93367 und reinhard.jacob@ger-mani.net.

1 comment for “Altenheim in Gythio: „Gespart, gespart, wie die EU es befahl, aber jetzt ist alles aufgezehrt!“

  1. 2. Januar 2015 at 19:00

    Es ist nicht zu fassen, da mischen deutsche Medien, Wirtschaftler und Politiker sich wieder so einseitig in die griechischen Verhältnisse ein, fordern härtere Sparmaßnahmen und „besinnliches“ Wählen und schließen die Augen vor den Tatsachen einer Entwicklung, deren armseliger Verlauf noch nicht abzusehen ist. Doch schon in der Gegenwart ist jeder einzelne Tag, an dem so ein Zustand herrscht, unerträglich. Da ist auch die Zukunftsaussicht nur noch bedrückend, wenn man „Betroffener“ oder „Mitfühlender“ ist.

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