Göldner/Klems machen als Duo weiter: Splittermeinungen helfen im Rat der Stadt Unna nicht weiter

Unna. Jeder, der etwas über die jüngsten Gesetzmäßigkeiten der Unnaer Ratsarbeit wusste, jede, die ein wenig über die Zusammensetzungen einzelner Fraktionen (zwei Mitglieder reichen, um eine zu sein) wusste, jedem also, der sich ein bisschen mit der kommunalen Politik beschäftigte, dem war klar: Er wird bei der FLU keine politische Heimat finden. Jörg Hißnauer, der sich mal von „Freien Wählern“ in den Rat der Stadt wählen ließ, der ein anderes Mal fand, dass er in den Reihen der FDP gut aufgehoben sei, der dieses Mal neben Klaus Göldner Platz nahm und ihn nebst Franz-Josef Klems um seine Stimme bereichern wollte, Jörg Hißnauer, der auch schon mal Bürgermeisterkandidat für Unna sein wollte, ist „back to his roots“ als einzelkämpfender Vertreter im Rat. Offiziell erklärte er seinen Austritt aus der FLU-Fraktion, deren Aufatmen bis nach Hagen in meine Ohren japste. Latent wisperte diese unmittelbar bevorstehende Absicht schon lange durch die Stadt.

FLU-Unna

Nun kann man ja gern feixen, man darf auch gern mal mit dem ergrauten Haupt schütteln, man kann auch keck darauf verweisen, dass man es ja bereits vorher gesagt habe. Eines aber darf man aber nicht: Sich freuend die Hände reiben. Denn, was ist da gerade geschehen? Die kommunale Politik, die Basis der Demokratie, sie hat üblen und konkreten Schaden genommen. Wählerinnen und Wähler, die meinten Jörg Hißnauer mit einem klaren Wählerauftrag in den Rat geschickt zu haben, die Vertrauen in ihn und seine zukünftige Arbeit für Unna setzten, sie wurden ein weiteres Mal durch ihn enttäuscht. Sein Verhalten gab ein Bild der Beliebigkeit ab, und das nicht zum ersten Male.

Volker König, der Vorsitzende der SPD in Unna, traf es punktgenau in seiner Aussage auf der Website seiner Partei: „Bevor man zu einer Wahl antritt sollte man sich doch überlegen, ob man bei seinen formulierten politischen Positionen und opportun erscheinenden Listenverbindungen bleiben will und kann; sonst enttäuscht man schlicht das Vertrauen von Menschen, die in einer kommunalen Wahl berechtigterweise einen Sinn sehen. Zuverlässigkeit sind wir als Mandatsträger den Menschen in unserer Stadt schuldig!“

Es kann allerlei Gründe geben, mit denen Jörg Hißnauers Schritt erklärt werden kann. Es können subjektiv sogar schlüssige und menschlich verständliche sein. Übrig bleibt etwas Schales, nämlich die ebenfalls subjektive Erfahrung der Bürger: Manche Gewählte bleiben austauschbar und ihre Parteizugehörigkeit erst recht.

Beitragsbild: Klaus Göldner und Franz-Josef Klems sind nun als Duo unterwegs. Jörg Hißnauer ist ihnen in ihrer Fraktion abhanden gekommen. – Foto: Rudi Bernhardt

4 comments for “Göldner/Klems machen als Duo weiter: Splittermeinungen helfen im Rat der Stadt Unna nicht weiter

  1. Jessika
    16. Dezember 2014 at 22:49

    Volatilität !!! Das trifft es genau ! Mit politischem Meinungswechsel ist sowas nicht erklärbar. Scheint also ein persönliches Problem von ihm zu sein. Unzuverlässige Leute sollten das Volk gar nicht in der Politik vertreten. Falscher Beruf !

  2. Jessika
    16. Dezember 2014 at 21:28

    Das sind die politischen nomaden, die die politik als persönliches trittbrett nutzen wollen.

  3. Jörg Hißnauer
    16. Dezember 2014 at 21:18

    Lieber Rudi, nicht nur ich finde es sehr schade, dass gerade Du so einen Artikel schreibst, ohne mit mir zu sprechen. Wir kennen uns seit Jahren und haben zu Deinen Unnaer Zeiten gut zusammengearbeitet. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das ist keine Kritik an Deiner journalistischen Freiheit. Du hast früher immer eher mit als über Andere gesprochen.Viele Grüße Jörg Hißnauer
    1 Min · Gefällt mir

    • 16. Dezember 2014 at 22:13

      Hallo Jörg, nur zur Klarstellung: Ich habe in dem Beitrag das Handeln eines Kommunalpolitikers kommentiert. In diesem Falle war es da Deine. Wie Du erkennen konntest, war diese Kommentation nicht ganz ohne Kritik an Deinem Handeln. Sie wäre im persönlichen Gespräch nicht anders ausgefallen, es war eben ein Kommentar und damit meine Meinungsäußerung. Fakten gab es in meinen Augen nicht, die ich hätte abgleichen sollen. Was zwischen Euch innerhalb der FLU-Fraktion vorgefallen sein könnte, interessiert mich nicht und hat auch keinen Leser im Einzelnen zu interessieren. Das kann nur Eure Sache allein sein. Was meine kritische Haltung gegenüber der politischen Volatilität im Allgemeinen und in diesem Falle der Deinen angeht, ist mein Standpunkt eindeutig und bei aller Kritik persönlich fair geblieben. Wir können uns bei Gelegenheit aber gern noch darüber austauschen, wenn du magst. LG, Rudi.

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