Von rechtsplumper Pegida und schwarzen Nullen

von Ralf Stegner

Die widerlichen Aktivitäten der sogenannten „Pegida“-Demonstranten (Anmerkung der Redaktion: Pegida = Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes; grottendämliche Kurzform, grottendämliche Langform) gegen Flüchtlinge verdienen nur Verachtung und entschlossenen Widerstand. Wer gegen Schwächere hetzt und Vorurteile schürt und deutschnationalen geistigen Müll produziert, bekommt die öffentliche Sympathiebekundung der AFD, das sagt doch alles.

Wir sollten für Menschen demonstrieren, für Toleranz und Integration werben und den Idioten von Pediga, AfD & Co. keinen Millimeter öffentlichen Raum lassen! Allerdings müssen auch die praktischen Probleme gelöst werden, die den Rattenfängern als Vorwand für ihre Hetzpropaganda dienen und den politischen Nährboden für ihren Zulauf bilden. Gleichzeitig sollten die Konservativen, statt immer wieder samt ihrer Blockflötenerben die Thüringer SPD zu beschimpfen, sich lieber mal um das kümmern, was rechts von der Union passiert und den Kampf gegen rechten Ungeist und rechtspopulistische Strömungen nicht alleine der Sozialdemokratie bzw. der politischen Linken in Deutschland überlassen! Die Gefahr für die Demokratie in Deutschland kam fast immer von rechts!

Angela Merkel polterte gestern auf dem Kölner CDU-Parteitagskarneval gegen die SPD. Sie trauerte dem todkranken Ex-Partner der APO-FDP nach und schielte auf einen grünen Vielleicht-Partner, schwieg zugleich über die Avancen, die ihr Thüringer Parteifreund Mohring der rechtspopulistischen AfD gemacht hatte. Tosender Applaus und SED-Ergebnis trösten nur darüber hinweg, dass die Grünen an mehr Landesregierungen beteiligt sind als die CDU, dass die SPD 9 Ministerpräsidenten stellt und die CDU gerade mal 4 und dass die SPD außer Stuttgart (Grüne) und Dresden (CDU) alle deutschen Großstädte regiert.

Zudem zeigt Merkels Faible für die abgewählte Loser-Koalition mit Brüderle & Rösler wie stark es sie nervt, dass die SPD trotz der mageren 25% bei der Wahl de facto der Motor der GroKo ist und mit Mindestlohn, Rente und Gleichstellung glasklar den politischen Kurs bestimmt, während die Unionshits Ausländermaut und Kita-Fernhalteprämie fade Ladenhüter sind und die CSU zugleich als Möchtegern-Sprachpolizei dilettiert. Nicht mal das eigene, reichlich magere Frauenquorum schafft die Gestern-Partei CDU ohne Parteitagsunfall.

Noch ein paar solche Merkel-Triumphe und die Union ist erledigt, nach und hinter ihr ist viel schwarzes Nichts! Da passt doch die Schwarze Null als neues Parteimaskottchen wie die Faust aufs Auge (Anmerkung der Redaktion: Arsch auf Eimer finde ich passender).

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