Im Osten des Reviers deutet sich ein Erfolg der klugen Beschäftigungspolitik an

Kreis Unna. Den höchsten Stand der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze seit zehn Jahren verzeichnet der Kreis Unna: Knapp 116.000 Menschen sind derzeit in der Region an Ruhr und Lippe beschäftigt. Gleichzeitig reduziert sich die Zahl der Arbeitslosen immer weiter – auf zuletzt gut 18.000.

Die SPD-Kreistagsfraktion sieht darin einen Erfolg der Beschäftigungspolitik in der Region. Aus gutem Grund: In den vergangenen zehn Jahren stieg die Erwerbstätigkeit um rund zehn Prozent. Gleichzeitig ist die Zahl der hoch qualifizierten Arbeitsplätze sogar um mehr als 40 Prozent in die Höhe gegangen. Beide Zahlen seien ein Zeichen des erfolgreichen Strukturwandels, so Dr. Michael Dannebom bei der Klausurtagung der SPD-Kreistagsfraktion.

Entsprechend gut sind nach allen Prognosen die Zukunftserwartungen: In fast allen Teilen des Ruhrgebiets wird bis zum, Jahr 2030 mit einem Rückgang der Beschäftigungsangebote gerechnet. Nur noch in Dortmund und im Kreis Unna – hier sogar um gleich 1,5 Prozent – wird trotz des demografischen Wandels noch ein Zuwachs der Arbeitsplätze erwartet.

Zufrieden zurücklehnen wollen sich die Sozialdemokraten deshalb aber nicht: Sie machten deutlich, dass die Beschäftigungspolitik sogar noch zusätzliche Dynamik gewinnen soll. Dazu müsse insbesondere die Zusammenarbeit unter den Arbeitsmarkt-Akteuren vertieft werden. Doppelstrukturen kosteten nur unnötiges Geld, eine Abstimmung zwischen Wirtschaftsförderung, JobCenter, Arbeitsagentur, Kammern und Verbänden verspreche dagegen Lösungen auf vielen Feldern – insbesondere bei der Ansiedlung von qualifizierten Arbeitsplätzen.

„Wir stehen viel besser da als viele andere Regionen – laufen aber Gefahr, uns die Erfolge und den Ruf der Region selbst zu zerreden“, warnte Fraktionsvorsitzende Brigitte Cziehso nach den Beratungen. Förderlich sei es, wenn die Kommunen ihre Ressourcen gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung in die Waagschale werfen. „Wer heute noch zusätzliche Arbeitsplätze ansiedeln will, kann das eher mit Kräften, wie sie die Wirtschaftsförderung des Kreises zur Verfügung stellt. Um die werden wir weiterhin beneidet.“

Die Sozialdemokraten zeigten sich aber auch überzeugt, dass das Image der Region aufgemöbelt werden müsse: Höchste Zeit sei es, kreisweit in einer konzertierten Aktion das Marketing für den Kreis Unna voranzubringen. Es reiche nicht aus, gute Erfolge auf allen Feldern zu erzielen und trotz aller Sparzwänge eine Region mit einer hervorragenden Lebensqualität zu schaffen – „wir müssen auch laut und deutlich darüber reden statt immer nur über Problemchen zu quengeln“.

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