Da sage noch einer, der Galerie-Brandschutz befände sich nicht auf dem Wege der Besserung

Hagen. Es war ein unterhaltsamer Einkauf dieser Tage. Schon eingangs des Galerie-Kaufparks klang es  mir entgegen: „Wiuh, Wiuh, Wiuh … Achtung, Achtung, es wurde eine technische Störung gemeldet. Verlassen Sie das Gebäude, nutzen Sie nicht die Aufzüge … usw.“ Dann das Ganze nochmal in nahezu perfekt prononciertem Hochenglisch, kurze Pause und wieder zum Anfang: „“Wiuh, Wiuh, Wiuh …“

Ich trüffelte erfolgreich durch die  Gänge, fand auch die Objekte meines Begehrs und trollte mich zu den Kassen. Stest umschwärmt von diesen „Wiuh, Wiuh, Wiuh …“ und den wohltönenden Stimmen die abwechselnd in Deutsch oder Englisch ihre Warnungen aussprachen.

Ich wurde schließlich auch mein Geld los. Bei einer souverän-ruhigen jungen Dame, die ungerührt im Beschallungschaos ihre Arbeit verrichtete – fehlerfrei. Meine muntere Frage, ob sie denn den Spruch schon auswendig kenne, beantwortete sie mit mildem Lächeln: „Schon längst!“

Als ich wieder vor die Türe trat, aufatmend die Belegschaft des Einkaufsparadieses mit den Stimmen allein lassend, da kam mir doch wieder der Zettel in den Sinn, den das Center-Management vor knapp einem Monat an die Scheiben des Haupteingangs gepappt hatte. „Aus technischen Gründen ist es uns leider nicht erlaubt, die Rathaus-Galerie – wie geplant – am 14. 10. 2014 zu eröffnen“.

„… leider nicht erlaubt“? Also hat da wer rücksichtslos keine Eröffnungserlaubnis erteilt, wurde die unfehlbare und unschuldige Privatwirtschaft mal wieder von schlimmen Zwängen einer sturen Bürokratie überwältigt?

„… leider nicht erlaubt“? Ging es nicht darum, dass in dem zugegebenermaßen wirklich gelungenen Gebäudekomplex der Brandschutz und damit die Sicherheit von Menschen unzulänglich war?

„… leider nicht erlaubt“? Formuliert der privatwirtschaftliche Verfasser eines solchen Zettels da nicht so, dass er die Verantwortung für ein Geschehnis leichter Hand abschiebt an die, deren verwaltende Funktionen heutzutage gern öffentlich als störend gegeißelt werden?

Nur zur Erinnerung: Hier hat die selbsternannte Unfehlbarkeit der Privatwirtschaft einen massiven Fehler gemacht, was ja durchaus mal geschehen kann. Bei der Brandschutzfirma (siehe Flughafen Berlin) allerdings zum wiederholten Male. Aber geschenkt, kann durchaus mal passieren. Nur, dann sollten Unfehlbare in der unfehlbaren Privatwirtschaft auch dazu stehen und nicht Formulierungen der Entschuldigung wählen, mit denen sie sich wirklich ent-schuldigen wollen.

„… leider nicht erlaubt“? Leider mehr als hohl!

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