Bahnsinn: Aus der CDU tönt es nach Wiederverstaatlichung der Deutschen Bahn

Ich roll‘ mich ab: Der erste CDU-Prominente kräht empört, die Deutsche Bahn müsse angesichts der GDL-Bedrohung und der ihres eitlen „Gewerkschaftsführers“ Claus Weselsky zurück verstaatlicht werden. Das Handelsblatt schreibt online: „Der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, hat das Verhalten  der Deutschen Bahn im Tarifstreit mit der Lokführergewerkschaft GDL scharf kritisiert und drastische Konsequenzen gefordert. Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, die Bahn wieder zu verstaatlichen. ,Die Deutsche Bahn sollte in eine Bundesagentur für Mobilität umgewandelt und die Lokführer verbeamtet werden‘, sagte Bäumler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Zur Begründung fügte er hinzu, dass das Unternehmen ,für die Infrastruktur und die Mobilität in Deutschland unverzichtbar‘ sei.

Irgendwie lustig. Der schlaue Herr Bäumler argumentiert exakt das, was dereinst die Widersacher einer Privatisierung ins Feld führten. Und er ist brummig auf einen „Gewerkschafter“, dessen Nähe zur CDU in krassem Widerspruch zu seinen arbeitskämpferischen Parolen und Forderungen stehen. Der längste Streik, an den ich mich erinnern kann, wird von einem CDU-Mann ausgerufen. Er steht einer Spartengewerkschaft vor und wird von der allgemeinBILDenden Zeitung als dem „Größenbahn“ verfallen tituliert. Den Altgewerkschaften lässt er das Grauen der Skepsis die Nackenhaare kraulen, die Sozialdemokratie sinnt auf neue Gesetzgebungsformen wider die Allmacht von Kleingewerkschaften und den ersten Christdemokraten wendet sich der Sinn urplötzlich auf Verstaatlichungskurs.

Kuriose Bahnwelt, eigenwillige Arbeitskrämpfe, denkwürdiges Magengrimmen in der Welt der Arbeitnehmervertretungen. Ich suche langsam verzweifelt nach einem Kompass, dessen Nadel stur in eine vertraute Richtung weist und nicht mehr ebenso wahllos wie verwirrt herum kreiselt und orientierungsfrei bleibt. 

Okay, die Fahrplanstudien kann ich mir in nächster Zeit wohl sparen.

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