Ist das nicht ein wunderbarer Tag mit einem fabelhaften Abend?

Ich muss das noch loswerden, sonst habe ich diese Nacht wieder so was wie Bettflucht-Wallungen, senilen Harndrang oder was auch immer. Also wacker runtergetippt und klare schwatz-gelbe Kante zeigen.

Heute hat's aber so richtig geklingelt. - Foto: Rudi Bernhardt

Heute hat’s aber so richtig geklingelt. – Foto: Rudi Bernhardt

Was habe ich zu diesem Saisonbeginn leise in mich hinein gegrantelt. Was habe ich in den vergangenen Wochen alles nicht meinen Freunden geschrieben, weil ich deren Hadern nicht noch mit meinem pessimistischer machen wollte. Was habe ich meinen Trainer stumm gelobt und wortlos verteidigt, weil er doch schon als er zum ersten Mal mit Mainz ins Stadion kam nach ca. 30 Minuten Spielzeit mein Wunschtrainer wurde. Was wurmte mich jedes BILDhafte Krisengebrabbel, weil den Verfassern der glamouröse Buyern-Klüngel ohnehin lieber ist als das unverdrossene Bergmannsheil einer Region, die immer wieder aufsteht und Scharten ignoriert. Was habe ich mir immer wieder eingeredet? Wartet’s ab, der nächste Spieltag in der Champions League kommt bestimmt.

Und was hatte ich? Recht! War ein schöner Abend, und er war schöner – den Bayern sei’s dennoch gegönnt – als der Rot-Weiße Tor-Tsunami tags zuvor. Der BVB hat ein paar Buden weniger gemacht, aber für Mitgereiste wie Glotzen-Gebannte war das Match am Bosporus der erhoffte und verdiente Balsam. 

Und ich summe wie einst Hunderte halbnackter „Pet Shop Boys“ beim 1:1 gegen Bröndby Kopenhagen am 25. November 1993, die eine Halbzeit lang bei Eiseskälte das umgedichtete „Go West“ (ursprünglich von den Village People) schmetterten: „Olé, jetzt kommt der BeVauBe“ – bis das Ausgleichstor für Dortmund fiel.

Ich sitze, schaue halluzinierend der Sonne beim Aufgang zu und frage mich selbst: Erkläre mir doch mal das Wort unmöglich. Ich antworte fest: Unmöglich, kennen Dortmunder nicht!

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