Gedanken, die sich Karl Feldkamp gern macht: Nur Komplexes hebt das Erhabenheitsgefühl

Eigentlich lassen sich Menschen leicht beherrschen: Mache ihnen Angst oder nutze ihre bereits vorhandene und gewähre ihnen dagegen (angeblich) notwendigen Schutz.

Manche Politiker scheinen die Durchschaubarkeit ihres Machtverhaltens zu meiden wie der Teufel das Weihwasser und Vampire Knoblauchzehen. Allerdings haben auch Mandatsträger ihre Ängste, vor allem die vor Machtverlust. Könnte der ihnen doch jenes Erhabenheitsgefühl nehmen, um dessen Schwinden sie mindestens ebenso fürchten wie Wohlstandsbürger um Wohlstandseinbußen.

Zwangsläufig dürfen Machthaber weder ihre Angstmache noch ihre eigenen Ängste aufdecken, denn ängstliche Machthaber hätten als Beschützer ein Glaubwürdigkeitsproblem. Daher versichern sie ihren Wählern möglichst glaubhaft, die politische Materie sei äußerst kompliziert.

So finden sie sich als qualifizierte Mandatsträger selbstverständlich in dem komplizierten Bedingungsgeflecht von Kommunen, Ländern, Staaten sowie politischen Fachressorts zwar mühsam, aber letztlich doch immer wieder zurecht.

Während Otto von Bismarck die Politik noch für die Kunst des Möglichen hielt, ist diese Erkenntnis modernen Politgrößen viel zu schlicht. Sie entwickelten die Kunst, zunächst Mögliches unmöglich zu machen, um mit politischer Findigkeit und Erfahrung am Ende immer wieder die besten Lösungen für Land und verängstigtes Volk zu finden. Auf einfache Lösungen könnte das Volk schließlich auch selbst  kommen und  Machthaber daher für weitgehend überflüssig halten.

 Schulden mit Schulden finanzieren

Eine Finanzkrise, zum Beispiel, entsteht, wenn notwendige und weniger notwendige Ausgaben für politische Vorhaben durch Verschuldungen finanziert werden, die wiederum durch Kredite bezahlt werden, die schon über Kredite finanziert wurden, die auch….

Ein normal begabter Bürger weiß, würde er so wirtschaften, wäre er relativ schnell hoch verschuldet und pleite. So einfach, halten Politiker dagegen, sei Wirtschafts- und Finanzpolitik wahrlich nicht und finanzieren kreditbelastete Banken mit Staatsanleihen aus dem ohnehin schon verschuldeten kreditbelasteten öffentlichen Haushalt…  

Und das wird für Bürger erst richtig kompliziert, wenn sie für die Schulden mit Abgaben und Steuern aufkommen müssen, während die Politiker längst Ruhestandsbezüge bekommen, selbstverständlich auch kreditfinanziert. 

Geld auszugeben, das man wirklich besitzt, ist viel zu durchschaubar.

Die einfache Lösung, nur Geld auszugeben, das man wirklich besitzt, ist viel zu durchschaubar und damit machtpolitisch absolut kontraproduktiv. Politiker brauchen die Stimmen der Wähler, damit diese nach der Wahl schweigend ihr Machtgebaren akzeptieren. Da hilft die Politik gern nach, signalisiert dem verwirrten Bürger, er schweige besser, da er die komplizierte politische Materie ohnehin nicht verstehe. Immerhin vertrauen auch viele Mandatsträger den Experten ihrer Fraktionen und stimmen über politische Vorhaben ab, die sie nicht verstehen.

Ihnen reicht, begriffen zu haben, dass ohne das Machtmittel Geld keine Politik funktioniert. Doch Geld zu beschaffen ist nun einmal nicht so einfach, wie es sich unbedarfte Normalbürger vorstellen können sollen. Nicht zuletzt deswegen müssen sie, wollen sie Geld aus öffentlichen Haushalten haben, ein äußerst kompliziertes Antragsverfahren auf sich nehmen.

Und Migranten, die sich einbürgern lassen wollen, müssen, um hiesigen Politikern vertrauen zu lernen, komplizierte Einbürgerungsverfahren durchstehen. Zudem gelten einfache Lösungen, die verwirrt ängstliche  Bürger so gern hätten, als unanständig populistisch, ebenso unanständig wie es wäre, populistische Politiker zu wählen.

Vor allem aber darf es sich der Bürger nicht so einfach machen und behaupten, einfache Lösungen werden verkompliziert, damit er sie nicht durchschaue. Einige Mitglieder der politischen Kaste verkomplizieren jedoch derart, dass sie nicht mehr aus ihrem selbst erbauten Labyrinth herausfinden.

Das sind mit Sicherheit jene, von denen Henri Tisot (franz. Schauspieler, geb.1939)  behauptet, manche ausscheidenden Politiker hinterlassen eine Lücke, die sie voll ersetzt.

Karl Feldkamp wurde 1943 in Lübeck geboren und lebt seit 2011 In Engelskirchen-Wallefeld. Er schreibt Lyrik, Prosa, Satire, Aphorismen und Rezensionen. Bisher veröffentlichte er 5 Bücher, (darunter AngstAugen, Dittrich Verlag, Köln 1997) ein E-Book, ein Hörspiel sowie Lyrik und Prosa im In- und Ausland in Literaturzeitschriften, Schulbüchern, Anthologien und im Rundfunk. 2 Bücher gab er zudem heraus. Er erhielt den Xylos-Lyrikpreis 1981, 2009 den Preis des Stadtverbandes Kultur Bergisch Gladbach Der Bopp. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) sowie in diversen Kulturinitiativen. Sein Motto: Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.

Karl Feldkamp wurde 1943 in Lübeck geboren und lebt seit 2011 In Engelskirchen-Wallefeld. Er schreibt Lyrik, Prosa, Satire, Aphorismen und Rezensionen. Bisher veröffentlichte er 5 Bücher, (darunter AngstAugen, Dittrich Verlag, Köln 1997) ein E-Book, ein Hörspiel sowie Lyrik und Prosa im In- und Ausland in Literaturzeitschriften, Schulbüchern, Anthologien und im Rundfunk.
2 Bücher gab er zudem heraus. Er erhielt den Xylos-Lyrikpreis 1981, 2009 den Preis des Stadtverbandes Kultur Bergisch Gladbach Der Bopp. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller (VS) sowie in diversen Kulturinitiativen. Sein Motto: Bei jedem Irrtum gewinnt die Wahrheit Zeit.

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