Schulentwicklungsplan wird Antworten bringen müssen – Unna braucht nur noch eine Realschule

Anne-Frank-Realschule: Ihre Zukunft in ungewiss.

Anne-Frank-Realschule: Ihre Zukunft in ungewiss.

Unna. Dem Schulausschuss des Unnaer Rates und manch‘ anderen interessierten Zuhörerinnen oder Zuhörern wurde gestern (29. September 2014) von Prof. Ernst Rösner, gutachtender Experte, der zum wiederholten Male Unnas Schulentwicklungplanung begleitet, deutlich gemacht, wie realistische Zahlen für die kommenden Jahre aussehen; und wie sie sich auf die Zukunft der Schulen in der Stadt auswirken. Wem danach noch in den Sinn kommen wird, dass alles so bleiben kann wie es heute existiert, dem muss das plötzliche Abhandenkommen des Realitätssinnes unterstellt werden.

Nüchtern ist das, was Ernst Rösner als Fundament für spätere Ratschläge an die Schulentwicklungplanung feststellt.

  • Die Zahlen der Schülerinnen und Schüler schwinden, das ist sattsam bekannt, wird indes immer mal wieder gern verdrängt. Waren es von 2005 bis 2008 stabil über 600 an den Grundschulen der Stadt so sank die Zahl von 592 (in 2009) mit einem plötzlichen Zwischen-Absturz in 2011 (nur noch 470) stetig Jahr für Jahr bis auf 529 in 2014.
  • Die Zahl derer, die die Realschulen besuchen wollten erfuhr 2011 zwar noch einmal ein Hoch mit 182. Geriet aber in diesem Jahr in den freien Fall und schaffte es gerade noch auf 99.
  • Ohne die Mitschüler aus den Nachbarstädten wären es derzeit nur noch 63, die auf Unnas Realschulen gehen wollen. 251 hingegen wählten die Gymnasien, 194 die Gesamtschulen, wo die Zahl der Auswärtigen indes mit 154 enorm hoch ist.

Ernst Rösner sieht die Ursachen für das sinkende Interesse an der Realschullaufbahn in

  1. der Folge allgemein sinkender Schülerzahlen;
  2. der Widerspiegelung einer allgemeinen Nachfragesteigerung nach Schulen mit Gymnasialstandards;
  3. der zunehmenden Akzeptanz in der Elternschaft von Schulen des
    längeren gemeinsamen Lernens und von Ganztagsschulen;
  4. in der öffentlich diskutierten unsicheren Zukunft der Anne-Frank-
    Realschule.

Mit einem Hoch 2007 von 381 Schülern und einer Delle 2011 bei 282 gaben Unnas Gymnasien stets zwischen 359 und 327 Kinder in den Eingangsklassen. Die Zahlen der Eingangsklässler der Gesamtschulen stiegen in den vergangenen zwei Schuljahren nach einem längeren Sinkflug auf stabile 322 an.

Die Prognosen sehen ein Absinken der Realschüler im 5. Jahr bis 2021/22 auf 63, ohne Einpendler zu berücksichtigen. Dieselbe Prognose basierend auf dem Status Quo hält für die Gymnasien einen Bestand von 282 im Schuljahr 2021/22 möglich. Und 274 sind es bei den Gesamtschulen.

Folgerungen für Ernst Rösner sind:

  1. Realschulen: Alle Prognosevarianten verweisen auf den Bedarf einer verbleibenden Realschule in Unna (mit maximal 4 Zügen).
  2. Gymnasien: Bei einer Nichtaufnahme bisher freiwillig aufgenommener Schülerinnen und Schüler verringert sich der Versorgungsbedarf um 1 Zug.
  3. Gesamtschulen: Bei einer Nichtaufnahme bisher freiwillig aufgenommener Schülerinnen und Schüler verringert sich der Versorgungsbedarf um 2 bis 3 Züge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.