Wolfgang Barrenbrügge: Der Massener Christdemokrat sagt dem Kreistag adé

Unna-Massen. Gestern las ich einige sehr persönliche Zeilen von Wolfgang Barrenbrügge. Mit ihnen nahm er ganz öffentlich Abschied von einer Lebensphase, die sowohl ihn selbst als auch Wegbegleiter und -begleiterinnen unterschiedlicher Couleur prägten. Ihn, weil er kennen lernen konnte, dass es „auch bei den anderen“ gute Leute mit guten Gedanken gibt und „andere“, weil sie in ihm einen ausmachten, bei dem es auch mal ganz gegen den parteilichen Strich geistesblitzen konnte. Wolfgang Barrenbrügge, der Christdemokrat aus Massen (Massener ist er immer, Unnaer dann und wann) gab sein Kreistagsmandat ab und ganz viele ebenfalls unterschiedlicher Einfärbung wünschten ihm Glück, gute Fahrradfahrten in der Zukunft und unterstrichen, wie gut sie mit ihm zusammengearbeitet hatten.

Wolfgang Barrenbrügge. (Foto: CDU)

Wolfgang Barrenbrügge. (Foto: CDU)

Okay, das will ich nun auch tun. Wolfgang Barrenbrügge, den ich mit Vornamen nennen darf, gehörte in Unnas Parteienbild stets zum aktiven Kern, war stets einer, auf dessen Einschätzungen man hörte und manchmal auch trefflich mit ihm balgte, war aber vor allem ein politischer Weggefährte, der unter allen Umständen vermied, allzu tiefe Schmarren zu hinterlassen, wenn er seine mit der Ansicht anderer ausfocht. Eigentlich gehörte er zum kommunalpolitischen Gesamtbild der Stadt.

Lest mal, was er schrieb als scheidendes Winken auf dem Weg in den politischen Ruhestand:

„Heute hatte ich meine letzte Sitzung als Mitglied der Zweckverbandsversammlung des NWL (Nahverkehr Westfalen-Lippe). Damit endet nun definitiv meine politische Tätigkeit als Kreistagsabgeordneter, die im Jahre 1975 mit der Kandidatur für den Rat der Stadt Unna begann.

Als sachkundiger Bürger machte ich meine ersten Schritte auf dem politischen Parkett, um dann im Jahre 1979 in den Rat der Stadt Unna einzuziehen. Sowohl aus familiären Gründen (3 schulpflichtige Kinder) als auch aus beruflichen (Referatsleiter bei der WestLB und nebenberuflicher Dozent an der Sparkassenakademie) habe ich dann bei der Kommunalwahl 1984 nicht mehr kandidiert, meinen Einsatz für die CDU dagegen nicht reduziert (1984 bis 2003 Vorsitzender der Ortsunion Massen, 1999 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender des CDU Stadtverbandes, seit 1997 Kreisschatzmeister).

Meine Tätigkeit als Kreistagsabgeordneter von 1999 bis 2014 eröffnete mir dann die Möglichkeit, meine bisherigen beruflichen und politischen Erfahrungen in die verschiedenen Gremien einzubringen ( z.B. Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen und Beteiligungen, Vorsitzender des Gesellschaftversammlung der GWA Logistik, ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen).

Höhepunkt meiner bisherigen politischen Tätigkeit war sicherlich die persönliche Einladung des Bundespräsidenten an mich in meiner Eigenschaft als Mitglied des Deutsch-Französischen Ausschusses des Rates der Gemeinden und Regionen Europas aus Anlass des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages nach Berlin.

Doch auch ohne Kreistagsmandat wird mein Engagement für die CDU sicherlich weitergehen, so als Kreisschatzmeister und als Beisitzer in den Vorständen der Ortsunion Massen, des Stadtverbandes Unna und der Senioren-Union.“

Nun, von Letzterem bin ich ja so was von überzeugt, und daher verkneife ich mir an dieser Stelle das obligatorische „Tschüß, Wolfgang“ hinter ihm her zu rufen. Ich finde es weitaus angemessener Die zu sagen: „Wir seh’n uns, Wolfgang!“

Beitragsbild: Nun kann sich Wolfgang Barrenbrügge (rechts) noch mehr Zeit nehmen, um mit seinen Freunden durch ganz Europa zu radeln. – Foto: Privat

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