Die Zahlen der Betreuungen stiegen auch 2013 wieder

Kreis Unna. Manchmal geht es nicht allein. Aber was tun, wenn jemand wegen einer psychischen Erkrankung oder einer geistigen, körperlichen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen kann?

Demenz

Hier weiß die Betreuungsstelle des Kreises Unna Rat. Sie ist für das gesamte Kreisgebiet mit Ausnahme der Städte Lünen und Unna und damit für rund 260.000 Einwohner zuständig. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie einen deutlichen Anstieg der Betreuungszahlen.

Im Jahr 2013 standen hier rund 3.750 Menschen (2012: 3.500) unter Betreuung. Mit rund 1.450 Personen entfielen die meisten Betreuungsfälle auf das für Kamen und Bergkamen zuständige Amtsgericht Kamen, gefolgt von den Amtsgerichten Schwerte (Schwerte, rund 900 Fälle), Unna (Bönen, Holzwickede und Fröndenberg/Ruhr, rund 700 Fälle) und Lünen (Selm und Werne, rund 700 Fälle).

Über die Hälfte dieser Betreuungen (60 Prozent) werden von Familienangehörigen übernommen. Ein gutes Viertel (26 Prozent) entfällt auf die Berufsbetreuer. Von so genannten Vereinsbetreuern werden etwa 10 Prozent der Fälle abgedeckt, während rein ehrenamtliche Betreuer rund 4 Prozent aller in der Zuständigkeit der Betreuungsstelle des Kreises Unna geführten Betreuungen ausmachen.

Ehrenamtliche Betreuer können auf Rat und Fortbildungen durch die Betreuungsstelle des Kreises und die Arbeitsgemeinschaft Betreuung setzen. Hier sind die im Kreis tätigen Betreuer, Institutionen und Vereine zusammengeschlossen. Diese AG bietet auch Seminare für ehrenamtlich Arbeitende und Interessierte an.

„Der persönliche Kontakt und die mitmenschliche Beziehung zum Betreuten haben einen zentralen Stellenwert“, erläutert Sandra Waßen, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend des Kreises. „Menschen, die Hilfe und rechtliche Vertretung benötigen, sollen diese Unterstützung ganz individuell erhalten.“

Die Betreuung eines psychisch, geistig, körperlich oder seelisch Erkrankten kann nur beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden. Das Gericht lässt über die Betreuungsstelle klären, ob, in welchem Umfang und für wie lange eine rechtliche Betreuung erforderlich ist. – Birgit Kalle

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