Wohnen bleibt stets ein Wert der Daseinsvorsorge: Dafür sorgt seit 75 Jahren die UKBS

von Egbert Teimann

Kreis Unna. Komplimente und Glückwünsche für die einzige kommunale Wohnungsgesellschaft im Kreis Unna, die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH. Sie konnte jetzt auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Im Rahmen der Geburtstagsfeier in der festlich geschmückten Scheune des Hauses Opherdicke in Holzwickede würdigten heute (Freitag, 22. August 2014) kompetente Sprecher das Wirken des Unternehmens. „Ohne die Aktivitäten der UKBS wäre die Wohnungswirtschaft der Region wesentlich ärmer“, zeigte sich Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann in seiner Festansprache überzeugt.

Das kommunale Unternehmen habe sich seit Jahrzehnten als ein verlässlicher Partner der Menschen in der Region erwiesen und überzeuge durch ein vielfältiges Spektrum und Handlungsfeld, so der Regierungspräsident. Er würdigte die stete Zielsetzung der UKBS, seit Gründung bezahlbaren und hochwertigen Wohnraum für die Bürger zu schaffen. Gleichzeitig aber verwies er auf die Schwierigkeiten in großen Städten, wo bezahlbarer Wohnraum für viele knapp werde. Auch im Ruhrgebiet seien diese Tendenzen erkennbar. Bollermann trat in diesem Zusammenhang für eine verbindliche Quote für öffentlichen Wohnraum in Neubaugebieten ein. Nur so sei eine „gesunde soziale Mischung“ künftig gegeben. „Wenn wir zu einer Klassengesellschaft beim Wohnen kommen, kann das nicht gut sein“, so der RP.

Öffentliche Gesellschaften, wie die UKBS, sicherten nicht nur Wohnraum für die Menschen; sie investierten auch in innovative Projekte, zum Beispiel bei Betreuungsbedarf. Sie stellten gutes Wohnen sicher, damit die Menschen sich Zuhause fühlten, sagte Bollermann. Von daher seien kommunale Gesellschaften ein wichtiges Korrektiv. Er sah in der kommunalen Wohnungswirtschaft ein „wichtiges Element für die Entwicklung der Städte und Gemeinden“. Mit seiner Gratulation übermittelte der Regierungspräsident gleichzeitig auch die Wünsche des nordrhein-westfälischen Bauministers Michael Groschek.

Für den Verband der Wohnungswirtschaft Rheinland-Westfalen gratulierte Verbandsdirektor Alexander Rychter im Namen von 470 Unternehmungen mit rund 1,2 Millionen Wohnungen. Er lobte das Engagement der UKBS für guten und bezahlbaren Wohnraum. Hier seien die Wohnungsimmobilien kein Spekulationsobjekt, sondern ein „soziales Gut“, das immer weiter entwickelt werde. Die vielfach vorgenommene Privatisierung öffentlicher Wohnungsgesellschaften habe sich inzwischen als „schwere Hypothek“ erwiesen. Den Kommunen sei dadurch oft ein verlässlicher und idealer Partner abhanden gekommen.

Rychter ging auch auf das „Bündnis für Wohnen“ im Lande Nordrhein-Westfalen ein und hob hervor, dass Bauen in der Zukunft gekennzeichnet sein müsse von bezahlbarem, generationsübergreifendem und energieeffizientem Wohnungsbau. Ein besonderes Lob sprach er der UKBS für die Errichtung altersgerechter Wohnungen aus.

Dieser Thematik widmete sich auch Landrat Michael Makiolla als Vertreter der Gesellschafter; Unna war vertreten durch Bürgermeister Werner  Kolter (Mitglied Aufsichtsrat), Kämmerer Karl-Gustav Mölle, den Technischen Beigeordneten Ralf Kampmann, MdL Hartmut Ganzke und MdB Oliver Kazcmarek. Die zunehmende Zahl älterer Menschen führe auch zu mehr Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Ein wichtiges sozialpolitisches Ziel sei es aber, dass die Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben könnten. Geeignete Wohnungen mit häuslichen Dienstleistungen seien daher das Gebot der Stunde. „Auf diesem Feld zählt die UKBS zu den innovativsten Wohnungsunternehmen im gesamten Kreisgebiet“, stellte der Landrat anerkennend fest.

Makiolla dankte überdies für eine äußerst erfolgreiche Geschäftspolitik; denn schließlich schütte die UKBS alljährlich Dividende in einer Höhe von derzeit 624.000 Euro aus. Davon profitierten der Kreis und die beteiligten Kommunen. Er freute sich darüber, „dass die UKBS ein äußerst profitables Tochterunternehmen des Kreises Unna ist“.

Während Geschäftsführer Matthias Fischer zum Abschluss der Geburtstagsfeier einen historischen Rückblick auf die 75 Jahre UKBS gab und dabei den Begriff UKBS neu definierte in „Unsere kommunalen Bau-Spezialisten“, hatte Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke eingangs die zahlreichen Gäste aus den Gesellschafterkommunen, der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben begrüßt. Stolz könne man zum Jubiläum ein gesundes und zugleich zukunftsorientiertes Unternehmen präsentieren, sagte er. Rieke verwies dabei auf die mehr als 2.800 Wohnungen und zusätzlichen 36 Geschäftseinheiten. Das reiche von Kindertagesstätten über Mehrgenerationen-Wohnen bis hin zu Seniorenzentren.

„In unserer Unternehmensphilosophie steht nicht das Renditedenken im Vordergrund. Uns geht es bei allen bisherigen und künftigen Objekten auch darum, einen adäquaten Beitrag zur Quartiersentwicklung zu leisten“, so der Aufsichtsratsvorsitzende. Und er schloss mit den Worten: „Die Menschen sollen sich stets in den Quartieren und bei ihrer UKBS wohlfühlen!“ Dafür trete man jetzt und auch in Zukunft ein.

Beitragsbild75 Jahrfeier bei der UKBS: Geschäftsführer Matthias Fischer und Aufsichtsratsvorsitzender Theodor Rieke freuen sich mit den Festrednern, Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann, Verbandsdirektor Alexander Rychter und Landrat Michael Makiolla (im Bild von links), über die Erfolge der kommunalen Wohnungswirtschaft. – Foto: Egbert Teimann

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