Der fröhliche Trinker

von Heinrich Peuckmann

Die Europameisterschaften der Leichtathletik haben begonnen. Zeit, an einen unglaublichen Wettbewerb zu erinnern, denn es ist kaum vorstellbar, dass ein Olympiakämpfer, in seinem Wettbewerb weit in Führung liegend, schon vor dem Ziel in Siegerlaune ein Glas Sekt trinkt und dadurch den sicheren Sieg verspielt.

Der südafrikanische Marathonläufer Charles Hefferon hat das geschafft. 1908 bei der Olympiade in London lag er deutlich in Führung und hatte den sicheren Sieg vor Augen. Es hätte ein historischer Sieg werden können, denn aus seinem Land hatte vorher noch kein Sportler einen Olympiasieg errungen. Da trank er in Siegerlaune gut drei Kilometer vor dem Ziel ein Glas Champagner, das ihm ein Fan gereicht hatte. Danach bekam er Magenkrämpfe, konnte abschnittsweise vor Schmerzen nur noch gehen, wurde überholt, schaffte aber immerhin noch Silber.

Der Lauf hatte es sowieso in sich. Der Italiener Dorando Pietri war es, der Hefferon zuerst überholte und seinerseits einen großen Vorsprung herauslief. Allerdings brach er kurz vor dem Ziel auf der Laufbahn im Stadion  mehrfach zusammen, rappelte sich immer wieder auf, doch als er wieder zusammenbrach und der amerikanische Verfolger John Hayes, der inzwischen auch an Hefferson vorbeigezogen war, das Stadion erreichte, stützen ihn ein paar Ärzte und Helfer und lenkten ihn durchs Ziel. Später wurde er wegen dieser unerlaubten Hilfe disqualifiziert und Hayes zum Olympiasieger erklärt, der fröhliche Champagnertrinker Hefferon wurde auf diese Weise noch Zweiter. Die Entscheidung gegen Pietri war heftig umstritten, bis heute löst sie Mitleid mit dem armen Italiener aus.

Seit diesem Lauf ist die Länge eines Marathonlaufes übrigens auf 42,195 km festgelegt, denn vorher waren es 40 km. Die krumme Zahl kam zustande, weil der Lauf unbedingt an der königlichen Loge vorbeiführen sollte, damit die Königsfamilie die Läufer sehen konnte. Und weil die Entscheidung gegen Pietri so viel Mitleid auslöste, wurden später weitere Rennen Pietri gegen Hayes organisiert, wobei natürlich die Wettkampfbedingungen gleich sein sollten. Also durfte die Strecke nicht 40 km lang sein, sondern 42 km. Man wollte unbedingt herausfinden, wer denn wirklich der Bessere der beiden Läufer war. So bürgerte sich diese Zahl langsam ein.

Heinrich Peuckmann, geb. 1949 in Kamen. Besuch des Aufbaugymnasiums in Unna, Abitur 1968. Viele Jahre lang Lehrer am Gymnasium in Bergkamen. Daneben rege Schreibtätigkeit. Inzwischen fast 50 Einzelpublikationen: Romane, Erzähl- und Gedichtbände, Kinder- und Jugendbücher. Zuletzt erschienen der Ruhrgebietsroman „Saitenwechsel“ und der Krimi „Angonoka“, der sich mit den üblen Machenschaften der Tiermafia auseinandersetzt. Peuckmann hat auch einen Roman geschrieben, der in Unna spielt, weil er sich dieser Stadt sein Schulzeiten verbunden fühlt. „Heimkehr“ heißt der Roman, der einen Soziologieprofessor für einen Vortrag nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt Unna führt, wo er ermordet wird. Gelegentlich fliegt Peuckmann nach China und hält an Universitäten in Shanghai und Xi´an Vorträge über deutsche Literatur vor chinesischen Germanistikstudenten. Inzwischen kennt er sich dort so gut aus, dass er über China geschrieben hat, unter anderem den Liebesroman „Rückkehr nach Shanghai“. Peuckmann ist Mitglied im Schriftstellerverband, in der Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ und im PEN-Zentrum Deutschland, in dem er vor einem Jahr ins Präsidium gewählt wurde.

Heinrich Peuckmann, geb. 1949 in Kamen. Besuch des Aufbaugymnasiums in Unna, Abitur 1968. Viele Jahre lang Lehrer am Gymnasium in Bergkamen. Daneben rege Schreibtätigkeit. Inzwischen fast 50 Einzelpublikationen: Romane, Erzähl- und Gedichtbände, Kinder- und Jugendbücher. Zuletzt erschienen der Ruhrgebietsroman „Saitenwechsel“ und der Krimi „Angonoka“, der sich mit den üblen Machenschaften der Tiermafia auseinandersetzt. Peuckmann hat auch einen Roman geschrieben, der in Unna spielt, weil er sich dieser Stadt sein Schulzeiten verbunden fühlt. „Heimkehr“ heißt der Roman, der einen Soziologieprofessor für einen Vortrag nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt Unna führt, wo er ermordet wird. Gelegentlich fliegt Peuckmann nach China und hält an Universitäten in Shanghai und Xi´an Vorträge über deutsche Literatur vor chinesischen Germanistikstudenten. Inzwischen kennt er sich dort so gut aus, dass er über China geschrieben hat, unter anderem den Liebesroman „Rückkehr nach Shanghai“.
Peuckmann ist Mitglied im Schriftstellerverband, in der Krimiautorenvereinigung „Das Syndikat“ und im PEN-Zentrum Deutschland, in dem er vor einem Jahr ins Präsidium gewählt wurde.

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