Wolfgang Rickert verlässt sein Ordnungsamt, und wieder folgt ein guter Freund, Uwe Hasche

Unna. Gab es eigentlich schon mal eine Zeit im Unnaer Ordnungsamt, die ohne Wolfgang Rickert stattfand? Wird es eine nach ihm geben? Beide zweifelnden Fragen müssen mit „Ja“ beantwortet werden, obwohl man sich das Unvorstellbare, nämlich dass beides möglich sein könnte, gar nicht vorstellen mag. Wolfgang Rickert folgt mir, ein paar Monate verzögert in den Ruhestand, nein, er wird Pensionär, packt seine Sachen in einem Büro, das sehr individuell gestaltet war, eben seines, verlagert den Lebensmittelpunkt aus dem Rathaus in sein Wohnhaus und wird sich seinen ungemein zahlreichen Interessen widmen.

Ach ja, was war mit Frage 1? Vor Wolfgang ordnete ein gewisser Uwe Kornatz sowohl Amt als auch Unna, er war der Amtslegende Walter Rustemeyer gefolgt, der auch als vorzüglicher Feuerwehrmann von sich reden machte und nun wird auf Wolfgang Rickert wieder ein vorzüglicher Feuerwehrmann folgen, Uwe Hasche, der derzeit noch im Bürgeramt Dienst tut, das zuständigkeitshalber aber unter die Fittiche der Ordnungsbehörde geordnet wird. Und was haben alle vier gemeinsam: Ich habe mich in unterschiedlichen Rollen stets mit jedem von ihnen prächtig verstanden, mit jedem von ihnen vertrauensvoll zusammengearbeitet und durfte sie alle Freunde nennen. Das ist ja wohl Beständigkeit.

Hatte ich einst ein Problem mit meiner digitalen Maschine, trottete ich gern mal an die Hertinger Straße, wo Wolfgang die Geschäfte als Nachfolger des unvergessenen Erich Standop führte. Stets hatte er eine Idee, welchen Fehler ich begangen haben könnte (ich war beinahe immer der Fehlerteufel) und er behob ihn. Verblüffend seine enzyklopädische Sammlung von Kenntnissen völlig unterschiedlicher Programme.

Stests gut gelaunt, immer einen Scherz parat und kompetent bis in seine leicht ergraute Haarspitzen: Wolfgang Rickert.

Stests gut gelaunt, immer einen Scherz parat und kompetent bis in seine leicht ergrauten Haarspitzen: Wolfgang Rickert.

Auch, wenn mich mal Zweifel peinigten, dass ich meines mobilen Telefons und dessen Eigenleben nicht mehr zu Rande käme, war Wolfgang immer erster Ansprechpartner. Und wenn er mal wirklich nicht mehr weiter wusste, reichte er die Fachmannschaft gern an Joachim (nur für mich Jochen) Linz weiter, mit dem er fast täglich mittags seinen Espresso im Rathaus-Restaurant schlürfte.

Er stellte sich als amtlicher Ordner der städtischen Angelegenheiten in eine Tradition, die zwar nie die nötige und Respekt heischende Strenge vermissen ließ, aber ihre Aufgabenerfüllung so interpretierte, dass sie erst einmal dazu dienen möge, an des Menschen Interessen orientiert zu sein. Man konnte ohne Übertreibung sagen, dass ihm unbürokratische Lösungen immer dann lieb waren, wenn Bürger damit zufriedengestellt werden konnten. Wo indes zu befürchten stand, dass Grenzen überschritten würden, blieb seine Härte unverrückbar.

Nun wird Uwe Hasche den Weg fortsetzen, wie ich ihn kenne in der Tradition seiner Vorgänger. Und den lernte ich kennen, wie er als Bönener Jungfeuerwehrmann ein wenig schüchtern in die WR-Redaktion tapste und kleine Zettelchen mit Presseerklärungen für Peter Gräber hinterließ. Verdammt lang‘ her, Uwe, viel Glück und beste Hand bei deiner neuen Aufgabe. Und dir Wolfgang, bleib unruhig!

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