Unterirdisch: Das liberale Mittelmaß im NRW-Landtag traut sich aus der Deckung

Wundert es eigentlich noch, dass sich die Liberalen nach wie vor im freien Falle fühlen, und ihr Gefühl sie keineswegs trügt? Im Düsseldorfer Landtag trat ein höchst emotionalisierter Abgeordneter namens Robert Orth auf, von dem niemand wirklich wusste, dass es ihn gibt, und wetterte schäumend gegen Kommunalpolitiker, Landtagskollegen und Wähler, die in Dortmund versucht hatten, das Rathaus gegen herrenrassige Breitschädel zu verteidigen.

Hingegen rühmte er polizeiliches Wohlverhalten und teilte voll die denkwürdigen Einschätzungen des umstrittenen Berichtes über die Vorfälle in Dortmund aus dem NRW-Innenministerium, dass offenbar das Aggressionsgehabe weinseliger Politiker (ich übertreibe natürlich mal wieder schamlos) die unbescholtenen Herrenrassler in der Ausübung ihrer demokratischen Rechte behinderte.

Wer mit dergleichen personellem Mittelmaß den NRW-Landttag foltert, muss zwangsläufig auch seinen treuesten Wählerinnen und Wählern derartig auf die Nerven gehen, dass sie abkehren und sich anderweitig orientieren. Der eigentliche Aufreger im Zusammenhang mit Herrn Orth ist aber der: Es kann ja kein Zufall sein, dass er auf seine kruden Gedankenflüge kommt, sie fielen sicher auch nicht einfach vom Himmel. Er traut sich angesichts unmittelbar bevorstehender Bedeutungslosigkeit der eigenen Person und Partei anscheinend nur, sie ohne Scheu auszusprechen.

Bei einigen in der FDP wiederholt sich die Nachkriegsgeschichte der Liberalen anscheinend 1:1. Und es wundert wenig, dass Liberale ihr Auffangbecken heute lieber bei der AfD erkennen als beispielsweise in der CDU, ganz zu schweigen in der SPD wie einst Ingrid Matthäus-Meier oder Günter Verheugen.

Mein uneingeschränktes Mitleid gilt derzeit Gerhart Baum.

Beitragsbild: 25 Jahre alt ist das Landtagsgebäude in Düsseldorf, und es muss derzeit manch dummen Redebeitrag über sich ergehen lassen. (Bildarchiv des Landtags NRW/Foto: Bernd Schälte)

2 comments for “Unterirdisch: Das liberale Mittelmaß im NRW-Landtag traut sich aus der Deckung

  1. JM
    4. Juli 2014 at 21:45

    Was für ein Mist hier. Warum glauben Journalisten eigentlich, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben ? Und dann andere Menschen, die die Journalisten noch nicht mal persönlich kennen, so zu betiteln. Nein danke !

    • 4. Juli 2014 at 23:10

      Ich weiß nicht, ob das für alle Journalisten gilt, aber löffelweise nahm ich die Weisheit nicht zu mir. Und zu erkennen, das manche Zeitgenossen ziemlichen Blödsinn von sich geben, dazu bedarf es nicht einmal ausgeprägter Weisheit, dazu reicht bisweilen gesunder Menschenverstand. Und jedem sei freigestellt, nur das zu lesen, was ihm auch wirklich gefällt. Ansonsten weiterhin einen schönen Sommer.

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