Und schon wieder geht einer der Besten in den Ruhestand: Norbert Hahn sagt nach 50 Jahren dem Kreis adé

Kreis Unna. Heute wäre es Kinderarbeit. Doch als der 13-jährige Norbert Hahn seine Lehre begann, waren „berufliche Frühstarts“ normal. Fast 50 Jahre später und einer Karriere vom „Stift“ zum Kreis-Dezernenten geht Norbert Hahn am 30. Juni in den Ruhestand. 

Offiziell verabschiedet wurde das Urgestein der Kreisverwaltung schon jetzt durch Landrat Michael Makiolla. Angesichts des fast ein halbes Jahrhundert währenden Arbeitslebens wundert es nicht, dass der Landrat dabei einen weiten Bogen schlug, um die vielfältigen Aufgaben, Herausforderungen und Funktionen von Norbert Hahn zu beschreiben.

Zwei, die sich mögen: Norbert Hahn und Brigitte Cziesoh, SPD-Fraktionsvorsitzende. - Fotos: Contanze Rauert

Zwei, die sich mögen: Norbert Hahn und Brigitte Cziesoh, SPD-Fraktionsvorsitzende. – Fotos: Contanze Rauert

Seinen Lauf nahm die Geschichte am 1. April 1965, als der damals wie heute fest in Bönen verwurzelte Verwaltungslehrling seine dreijährige Lehre begann. Ihr folgten eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst und ein Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie.

Erste berufliche Station mit Außenwirkung war die Pressestelle (1979-1982). Sprachgewandt, zuverlässig und belastbar – nicht zuletzt wegen dieser Eigenschaften wurde Hahn zum Persönlichen Referenten der ehrenamtlichen Landräte Fritz Böckmann und Rolf Tewes (1982-1989). Danach wechselte er an die Spitze des Schulverwaltungsamtes (1990-1992) und übernahm anschließend die Leitung des Fachbereiches Familie und Jugend (Jugendamt für Bönen, Fröndenberg und Holzwickede, 1992-2005).

Nochmals neue Herausforderungen stellten sich, als Landrat Makiolla Norbert Hahn 2005 zum Dezernenten für Familien und Jugend, Gesundheit und Verbraucherschutz sowie Straßenverkehr ernannte. Nicht nur die trotz knapper Kassen erfolgreiche Bewahrung guter Standards im Gesundheitswesen und Veterinärbereich ist Norbert Hahn zu verdanken. Auch die Umstrukturierung der Zulassungs- und Führerscheinstelle sowie die Einrichtung eines Bürgerbüros nach der Kreishaussanierung 2006 gehen auf Hahns Konto. – Constanze Rauert

Und noch ein paar persönliche Anmerkungen, ich kann’s ja nicht lassen, aber ich kenne nun mal so viele sehr persönlich aus den vergangenen Jahrzehnten.

Als ich Norbert kennen lernte, war er persönlicher Referent des Landrates. Der hieß damals noch Fritz Böckmann, war wie Norbert ein Mann aus Bönen und war wie Norbert ein wunderbar kerniger Typ. Wir sollten mit Gaby Hütten ein journalistisches Prachtstück hinlegen anlässlich eines Kulturprojektes, und seine temporäre Schüchternheit wich flugs einer unerschütterlichen Haltung von „Klar geht das!“

Ich formulierte damals kunstvoll an einem Kommentar, der das Blatt, das hauptsächlich Themen aus den 1950-er Jahren zum Inhalt hatte. An Norbert unschuldigen Augen vorbei mogelte ich als Autorenzeile „Ninel Ninukab“ darunter. Ich hatte mich über einen zensorischen Eingriff von Otto Krabs geärgert und wollte ihm was Nettes zurück geben. Das gelang auch, denn er hatte schnell entziffert, dass die Autoren des kecken Kommentars nur rückwärts gelesen werden mussten, um als Lenin und Bakunin erkannt zu werden.

Norbert ahnte nichts, berichtete aber mit Detailliebe von des Professors heller Empörung.

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